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Armin Petras inszeniert „Zwei arme Polnisch sprechende Rumänen“

Zwei arme Polnisch sprechende Rumänentip Die junge polnische Pop-Autorin Dorota Maslowska hat ein Stück mit einem komplizierten Titel geschrieben: „Zwei arme, polnisch sprechende Rumänen“. Sie inszenieren die deutsche Erstaufführung am Maxim Gorki Theater. Was passiert in dem Stück?
Armin Petras Es ist ein seltsames Theatertstück, weil die Geschichte erst vom Ende her klar wird. Ein Rocker, der in Wirklichkeit ein berühmter Schauspieler ist und in einer bekannten Fernsehserie mitspielt, verliebt sich auf einer Party in ein Mädchen, sie nehmen Drogen und machen auf Drogen eine Reise durch das heutige Polen. Auf dieser Reise geben sie sich als polnisch sprechende Rumänen aus. Und erst sehr viel später wird klar, was ihre wahre Identität ist.

tip Was ist so aufregend an Schauspielern, die auf Drogen durch die Gegend fahren?
Petras Die Idee ist natürlich, dass man bei dieser Reise etwas über das heutige Polen erfährt. Zwei junge Leute aus ganz verschiedenen sozialen Kreisen, ein durchaus sehr gut verdienender, hipper Schauspieler und ein Mädchen, das ziemlich am Arsch ist, haben unterschiedliche Blicke auf sich selbst und auf die Welt. Dorota Maslowska ist eine sehr junge Autorin, sie hat das Ding mit 19 Jahren geschrieben, mit einem total naiven, unverstellten Blick auf das heutige Polen. Man muss ihre Weltsicht nicht teilen, aber was sie erzählt, ist authentisch.

tip Dorota Maslowska ist ein literarischer Underground-Star, ihre Romane „Die Reiherkönigin“ und „Schneeweiß und Russenrot“ sorg?ten auch in Deutschland für Furore. Ist das so eine Art postsozialistische Pop-Literatur?
Petras Absolut. Bei ihr gibt es überhaupt keine historischen Bezüge auf irgendwas, alle Erinnerungen an den Realsozialismus sind weg, es gibt eigentlich nur Bezüge auf Kino, Fernsehen, Mode, Sexualität, Geld, das ist sehr unmittelbar, pure Gegenwart. Das ist für jemanden wie mich, der extrem an Geschichte interessiert ist, natürlich erst mal auch ein Angriff auf mein eigenes Weltbild, und das hat mich sehr gereizt.

Interview: Peter Laudenbach


Zwei arme, polnisch sprechende Rumänen

Maxim Gorki Theater,
Tickets unter www.tip-berlin.de/tickets

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