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„Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ in der Schaubühne

AufzeichnungenEin so bitterer wie gescheiter Ex-Beamter giftet gegen die Zumutungen des Zeitgeistes. Und er schont sich selbst in der Rückschau auf willentlich gesuchte Demütigungen und verursachtes Liebesleid nicht. Darauf konzentriert sich der junge isländische Schaubühnen-Debütant Egill Heiрar Pбlsson in seiner gut 80-minütigen „Kellerloch“-Fassung.  Thomas Bading spielt einen vom Ekel angekränkelten Monolog-Misanthropen im Strickpulli, um ihn herum gruppieren sich Lea Draeger, Ulrich Hoppe, Urs Jucker und Thomas Wodianka. Die agieren mal als Sparringspartner des inneren Weltgerichts, mal übernehmen sie die Rollen falscher Freunde aus der Vergangenheit oder der jungen Prostituierten Lisa. Die Inszenierung gerät bisweilen etwas illustrativ, stellt aber mit Dostojewski die Frage, wie viel Bewusstsein über die eigene Biografie zu erlangen ist – und wie viel Aufrichtigkeit man gegenüber sich selbst erträgt.

Text: Patrick Wildermann

tip-Bewertung: Annehmbar

Aufzeichnungen aus dem Kellerloch

Schaubühne Studio, Di 4. + Mi 5.1., 20.30 Uhr

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