Theater

Aus der Zeit fallen

Wohin, will die Frau wissen. Zu ihm, sagt der Mann. Zu ihm, das ist der Tote. Der gemeinsame Sohn, gestorben vor fünf Jahren. Nicht enden will beider Trauer um ihn, doch während die Frau ans Jetzt erinnert, auf dem Leben beharrt, bricht der Mann auf. An den Ort, den es nicht gibt. Umkreist erst seinen Hof, dann das Haus, dann die Stadt. Und seine Stimme vermischt sich mit den Stimmen der vielen anderen, die er trifft, auch sie die Eltern gestorbener Kinder. Der Herzog. Die Hebamme. Der Schuster. Der Zentaur. All die Gehenden, Trauernden, unterwegs zu den Toten, unterwegs zu einer notwendigen, unmöglichen Begegnung.
Aus der Zeit fallen
David Grossman erhielt 2010 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Während der Arbeit an dem Roman ‚Eine Frau flieht vor einer Nachricht‘ starb 2006 sein zweiter Sohn im Libanonkrieg.

Uraufführung 13. Dezember 2013
im Deutschen Theater

Regie: Andreas Kriegenburg

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