Kommentar

„Ausgetanzt“ von Peter Laudenbach

Diesmal wollten es Michael Müller und sein ungeschickter Kulturstaatsekretär Tim Renner richtig machen. Als Nachfolger des glück- und glanzlosen Nacho Duato beriefen sie mit Sasha Waltz und Johannes Öhmann als neue Leiter des Staatsballetts eine Doppelspitze.

Peter Laudenbach

Die Choreografen Sasha Waltz und Johannes Öhmann, derzeitiger Ballettchef am Königlichen Opernhaus Stockholm, sollen die größte Ballettcompagnie Deutschlands ab 2019 gemeinsam leiten. Das hätte eine gute Idee sein können, aber dann machten Müller und Renner so ziemlich alles falsch. Statt das Ballett über diese einschneidende Veränderung zu informieren und mögliche Bedenken im Gespräch mit der Compagnie und den designierten künstlerischen Leitern abzufedern, erfuhren die Tänzer von der Entscheidung aus der Presse. Statt wie üblich die neue Intendanz zwei Jahre vor Amtsantritt zu berufen, musste es jetzt sein, ein Jahr früher – ein kleines Wahlkampfmanöver und eine unnötige Ohrfeige für Duato. Das düpierte Ballettensemble hat sich geschlossen öffentlich gegen Waltz und Öhmann ausgesprochen – ein einmaliger Vorgang. Durch Renners Taktlosigkeit sind Sasha Waltz und Johannes Öhmann schon vor ihrem ersten Arbeitstag beim Staatsballet beschädigt. Ein Grund mehr zu hoffen, dass Tim Renners letzter Arbeitstag als Kulturstaatsekretär möglichst bald nach der Wahl ansteht.

 

 

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