Theater

Backstage: Ein Interviewbuch mit Ulrich Matthes

Ulrich MatthesMit dem Schauspieler Ulrich Matthes über Theater zu reden, ist immer eine Freude. So klug, unprätentiös, begeis­terungsfähig und absolut neu­gierig spricht Matthes über Inszenierungen und Regisseure, dass man erstens immer etwas lernt, zweitens jedes Mal neidisch wird angesichts dieser unschlagbaren Kombination aus Talent, Intelligenz und Metierkenntnis, und drittens überträgt sich bei solchen Gelegenheiten auch auf den missmutigsten Theaterkritiker etwas von Matthes’ unbedingter Liebe zum Theater, was weder dem Kritiker noch dem Theater schaden kann. Jetzt erzählt Ulrich Matthes in einem hübschen Interviewbuch offen und unverstellt von seinem Lebensweg im Theater, und auch das ist ein Vergnügen, nicht zuletzt, weil man bei der Lektüre immer wieder Matthes’ hellwaches Lachen zu hören glaubt. Dass der Interviewer, ein offenbar etwas frustrierter Dramaturg, seine Fragen dauernd benutzt, um seine Ressentiments gegen das gegenwärtige Theater loszuwerden, ist bei der Lektüre auf Dauer dann doch ein etwas lästiges Nebengeräusch.

Text: Peter Laudenbach

Matthes backstage, Michael Eberth (Hg), Verlag Theater der Zeit, 160 Seiten, 15 Euro

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