Theater

„Biopics“ von Christoph Winkler

BiopicsChristoph Winkler ist der Biografie-Experte unter den Berliner Choreografen. „Biopics“ heißt seine im vergangenen Sommer uraufgeführte Arbeit, die jetzt in den Sophiensae­len wieder aufgenommen wird. Sie erzählt vom Leben zweier junger Tänzer: Travis Steele Sisk und Dennis Dietrich.

Travis Steele Sisk kam aus Richmond/Virginia nach Berlin, weil er hier das Mekka für den neuen Tanz vermutete.  Hier angekommen, musste er dann feststellen, dass man in Berlin zwar billig wohnen kann und auch jede Menge anderer Künstler trifft, die das ebenfalls tun. Nur eine halbwegs anständig bezahlte Arbeit als Tänzer findet man nicht so leicht.
Dennis Dietrich kommt nicht von so weit her, er studierte Tanz an der Palucca-Schule in Dresden. Aber dass in Berlin vieles sehr leicht möglich ist, nur eben nicht der Sprung auf die Bühne, von dem er träumte, musste  auch er erleben. Immerhin, mal gibt es eine kleine Einlage beim Fernsehballett, in der Oper oder beim Jugendtheater. Ansonsten warten die einschlägigen Szene-Kneipen mit einem nicht versiegenden Bedarf an Servierkräften genau auf einen wie ihn oder Travis.

Für Winkler ist das Erzählen von Biografien zu einer Art eigener Sozialforschung geworden, mit der er vor acht Jahren mit dem Duett „Lebenslang“ für die beiden Ballerinen Bettina Thiel und Margret Illmann begonnen hat. Seitdem bringt er in loser Folge immer wieder neue biografische Soli und Duette zum Thema heraus. In „Biopics“ gleicht er so entspannt wie klug den Mythos von der Anziehungskraft Berlins auf junge Künstler mit der Wirklichkeit ab.        

Text: Michaela Schlagenwerth
Foto: frischefotos.com

Termine: Biopics
in den Sophiensaelen, 25.–27. 6., 20 Uhr,
Karten unter 283 52 66

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