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Brechts „Leben des Galilei“ im Maxim Gorki Theater

LebenDesGalileiBertolt Brechts Parabel vom „Leben des Galilei“ ist dank der übersichtlichen Handlung und seiner zu eingängigen Thesen („Verantwortung des Wissenschaftlers“) einladenden simplen Konstruktion eine beliebte Schullektüre und für etwas ambitionierte Regisseure entsprechend unattraktiv. Armin Petras hat sich für seine „Galilei“-Inszenierung zum Ausstand am Gorki-Theater vom bildenden Künstler Carsten Nicolai eine Bühne bauen lassen, die raffiniert mit Bild-, Blick- und Wahrnehmungsinstrumenten spielt und so den Ausgangspunkt von Galileis Forschung, die Beobachtung der Himmelskörper durch Ferngläser, aufnimmt. Die Seitenwände der White Box sind verspiegelt, ein Foucaultsches Pendel baumelt mit schwerer Bleikugel durch die Decke und erinnert uns daran, dass sich die Erde dreht.

Dafür, dass die Parabel nicht zu glatt abgespult wird, sorgt unter anderem eine Eisler-meets-Jazz-Band, in der zweiten Hälfte eine zunehmend verspielte Regie sowie der erfreuliche Wolfgang Michalek als lustiges Brecht-Double mit obligatorischer Nickelbrille und Schiebermütze. Ab und zu brechen berühmte Brecht-Vokabeln aus ihm hervor („Der Haifisch!“). Peter Kurth ist ein gemütlicher Galilei, ein Mann, der sich durchwindet und sich auf die Kunst, missmutig zu schauen, bestens versteht. Völlig okayer, jederzeit schulklassenbesuchsfähiger Abend.  

Text: Peter Laudenbach
Foto: Matthias Horn
tip-Bewertung: Annehmbar

Leben des Galilei
Maxim Gorki Theater
Karten-Tel. 20 22 11 15

 

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