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Bruno Beltrгos „Crackz“ bei Tanz im August 2013

CrackzSchon beim Titel „CRACKz“ denkt man an die Droge gleichen Namens. In brasilianischen Favelas zieht sie sehr deutlich die Grenze zwischen armen Schweinen und denjenigen, die am Stoff gut verdienen. Man darf das durchaus denken, weil Bruno Beltrгo, Choreograf aus der brasilianischen Stadt Niterуi, auch sonst streng darauf achtet, dass seine HipHop-Moves, vom Headspin zum Boomerang, mit möglichst viel Bedeutung aufgeladen sind. Beltrгo verwechselt seinen HipHop konsequent mit Tanztheorie, Philosophie und Kunstgeschichte.

Er hat sich dabei rar gemacht, nur wenige Stücke produziert – und HipHop in die Hochkultur katapultiert, bis zur Ruhrtriennale, wo „CRACKz“ zuletzt zu sehen war. Inhaltlich geht es um alles, was mit dem Titel nur irgendwie assoziierbar ist: Nebst Drogen und dem Aufbrechen von Regeln trauen sich seine Breaker an Flamenco-Figuren, springen wie Ballerinos durch die Lüfte, ducken sich in den Kampftanz Capoeira. Und all das, so behauptet es Beltrгo, sei doch nur geklaut aus dem großen Fundus Internet, es sei gecrackt, abgeschaut und nachgemacht.
Aber man sieht kein einziges Plagiatsdelikt angesichts der allseits beliebten Mutmaßung, dass jeder Schritt schon einmal kombiniert, jeder Gedanke schon dreimal gedacht worden ist. Bleibt im düsteren Setting die Erkenntnis, dass HipHop gerade ohne Battle eine Kunst sein darf. Weil hier verdammt gut getanzt wird. Falls Beltrгo es den Jungs und dem einen Mädel für coole Momente mal erlaubt.     

Text: AW
Foto: Nika Kramer


Crackz
Volksbühne,
Mi 28.+Do 29.8., 21 Uhr,
Karten-Tel. 25 90 04 27

 

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