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Bullshit-?Theater von Peter Laudenbach

Peter Laudenbach

Wer glaubt, dass nur am Berliner Ensemble ödes Theater gespielt wird, war noch nie bei einer internen Präsentation in einem Konzern oder beim Pitch einer Werbeagentur. Das tägliche Realtheater in den Konferenzräumen und Büroetagen, die trostlosen Versuche, sich durch den Tag zu witzeln und die eigene Einfallslosigkeit irgendwie zu kaschieren, die Angeber-Vokabeln und die Simulation von Engagement – das ist das flächendeckend aufgeführte Angestellten- und Freiberufler-Theater. Verglichen damit ist selbst das Berliner Ensemble ein Hort der Anarchie. Der Unternehmensberater und Journalist Thomas Ramge hat viel Lebenszeit in solchen Konferenzräumen zugebracht, ein schweres Schicksal. Er hat genau hin­­gesehen, wenn der Chief Sustainability Officer und der Head of Human Ressources etwas von Team-Effectiveness und Emotional Trigger zum Besten gegeben haben. Jetzt hat Ramge aus seinen Beobachtungen in der Phrasenwelt des Marketings ein kleines, böses Buch gemacht, ein heiterer Streifzug durch das absurde Theater, das im mittleren Management, im Marketing, in den Agenturen jeden Tag aufgeführt wird. Unterhaltsamer und trostloser als jede TheaterFarce.

Montags könnt ich kotzen von Thomas Ramge, Rowohlt ­Verlag, 256 S., 9,99 Euro

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