Theater

Cherkaoui und Jalet im HAU 2

Three SpellsMann oder Bestie?“ Wenn die Inhaltsangabe zu einem Stück so beginnt, möchte man eigentlich lieber nicht mehr weiterlesen. Bei Damien Jalet, der gemeinsam mit dem derzeitigen Choreografen-Superstar Sidi Larbi Cherkaoui sein dreiteiliges Stück „Three Spells“ entwickelt hat, ist das anders. Jalet, der in Berlin gemeinsam mit den Tänzern der Sasha-Waltz-Company das ungemein erfolgreiche „d’avant“ (Uraufführung in der Schaubüh­ne) herausgebracht hat, kann so etwas: Die Ambivalenz zwischen Tier- und Menschsein auf der Bühne in Tanz verwandeln. Man schaut dabei atemlos zu – selbst dann noch, wenn ab und zu die Grenze zum Kitsch gestreift wird.

Three SpellsJalet ist nicht nur Tänzer und Choreograf, sondern auch Musikwissenschaftler, mit einem entschiedenen Faible für Alte Musik. Wie Jalet zu sakral anmutenden, elektronischen Klängen mit einem Hirschgeweih laboriert, wie er überhaupt seinen Körper umcodiert, der zwischendurch nichts zu wissen scheint vom aufrechten Gang, von Händen, mit denen man berühren und greifen kann, ist großartig und verrückt. Antike Mythen, Stoffe aus dem Balkan, Japan und Vietnam haben Jalet und Cherkaoui zu surrealen Fantasien verarbeitet, zu zwei sehr persönlichen Soli für Damien Jalet und einem Duett mit Alexandra Gilbert. Zwischen 2006 und 2008 entstanden, sind die Stücke jetzt an einem Abend im HAU 2 zu sehen.

Text: Michaela Schlagenwerth
Fotos: Arnold Groeschel

Three Spells
Termine und Adresse HAU 2
Karten unter 25 90 04 27

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