Theater

„Christiane F.“ in der Schaubühne

ChristianeF-KinderVomBhfZooVerteilt auf vier Darsteller (Jule Böwe, Lea Draeger, Frank Hartwig, Ulrich Hoppe), die Herren im zeittypischen Stricherlook mit engen Jeans und Cowboystiefeln, die Damen in metallic glänzenden Jäckchen, wird der Weg vom ersten Joint bis zum Heroinschuss zügig rekapituliert. Dazwischen, man weiß nicht, ob als Ironie-Signal oder als Sentimentalitäts-Spritze,  singt Wengenroth schön schmierig Lindenberg-Schnulzen. Der erfreulich eitelkeitsfreie Performer Wengenroth, der auch gerne mal die beeindruckende Wampe entblößt, ist ein lustiges Zentrum der Aufführung. Und das selbst, wenn er nur wie eine bedröhnte Heroinleiche teilnahmslos vor sich hin dämmert in einem Glaskasten, der aussieht, wie direkt aus dem Märkischen Viertel auf die Bühne importiert (Bühne: Mascha Mazur). Das ist alles nett und lustig anzusehen, aber über eine mal ironische, mal sentimentale Harmlosigkeit kommt die Veranstaltung nicht hi­naus. Seinen Stoff, das reale Junkie-Elend, bekommt Wengenroth nicht zu fassen.

Text: Peter Laudenbach

tip-Bewertung: Annehmbar

Christiane F.  Schaubühne Studio, 6.4., 20 Uhr

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