Theater

Christoph Schlingensief ist tot

Christoph_SchlingensiefErst im letzten Jahr hatte Christoph Schlingensief das Tagebuch seiner Krebserkrankung „So schön wie hier kann’s im Himmel gar nicht sein“ herausgebracht. Es war ein Symbol für seinen Lebenswillen wie auch die Theaterstücke „Zwischenstand der Dinge“, das zur Ruhr-Triennale 2008 aufgeführt wurde und „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir„, das 2009 das Theatertreffen eröffnete. Damals führte tip-Autor Peter Laudenbach das letzte, sehr persönliche Interview mit Christoph Schlingensief, in dem die Krankheit des Künstlers im Zentrum stand.

Doch der Lungenkrebs war trotz aller Therapien und der Entfernung eines Lungenflügels erneut ausgebrochen, knapp 50-jährig erlag der vielseitige, kompromisslose und kreative Regisseur, Visionär und Autor dem gnadenlosen Tumor.

Von Anbeginn seiner Karriere suchte Schlingensief gezielt die Provokation und Irritation, sei es um angestaubte Regiemethoden oder auch kritikwürdige politische Zustände zu torpedieren. Ob mit dem „Deutschen Kettensägenmassaker“, in dem er die erste Stunde der Wiedervereinigung thematisiert, seiner umstrittenen „Parsifal“-Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen oder mit der Gründung der Partei „Chance 2000“.

Sein vielleicht ambitioniertes Projekt, die Errichtung eines Opernhauses in Burkina Faso, konnte er noch auf den Weg bringen, die Fertigstellung erlebt er jedoch nicht mehr. Noch am 18. August ließ Schlingensief in einem Blog vom Stand der Baumaßnahmen in Afrika berichten.

Mehr über Cookies erfahren