Theater

Comeback der Berliner Operette der Jahrhundertwende

Barry_Kosky_und_Herbert_FritschAn der Komischen Oper sorgt Barrie Kosky für die Wiederentdeckung der verrückten, heute vergessenen Operette „Ball im Savoy“ des jüdischen Komponisten Paul Abraham. An der Volksbühne testet Herbert Fritsch mit „Frau Luna“ unerschrocken die Geschmacksgrenzen. Wir haben beide Regisseure zum Frühstück getroffen

Herr Kosky, Herr Fritsch, es ist ein schöner Zufall, dass Sie beide im Augenblick zwei fast vergessene Berliner Operetten inszenieren, der eine an der Komischen Oper, der andere an der Volksbühne …
BARRIE KOSKY
?… das ist von langer Hand geplant. (lacht)
HERBERT FRITSCH?Wir haben uns tatsächlich schon mal über Operetten unterhalten. Und Barrie hat den Fehler gemacht, mir viele Ideen zu verraten. Die klaue ich ihm jetzt. (lacht)

Stört es Sie, dass Operetten als triviale Unterhaltungsware gelten und nicht unbedingt als ein in der Hochkultur besonders respektiertes Genre?
KOSKY
?Heute. Das war nicht immer so. Im Paris Jacques Offenbachs war die Operette eine subversive, radikale Kunstform. Das war eine Mischung aus Late-Night-Show, verrückter Musik, politischer Satire und Theater-Porno mit Darstellern, die fast nichts oder durchsichtige Kleider anhatten. Die Wiener und Budapester Operette ist etwas ganz anderes, Lehбr, Kбlmбn, Johann Strauß, das war nicht subversiv, aber enorm populär. Die Berliner Operette ist ein Kind dieses Genres. Mit den Nazis und in der Nachkriegszeit endet das alles, es gab nur noch kitschige Filme. Die Nazis haben die Operette arisiert. Sie haben der Operette den Jazz, das Jüdische, das Schwule genommen.

Herr Fritsch, die Operette, die Sie an der Volksbühne inszenieren, „Frau Luna“ von Paul Lincke, uraufgeführt 1899, mussten die Nazis nicht arisieren. Der derbe Bolle-Humor, die breitbeinigen Berliner Sprüche gefielen den Volksgenossen bestens. 1935 gab es eine große Inszenierung im „Theater des Volkes“, 1941 drehte Theo Lingen für die UFA einen „Frau Luna“-Revue-Film. Harter Stoff, oder?
FRITSCH
?Absolut harter Stoff. „Frau Luna“ ist extrem trivial, weit entfernt von der Raffinesse eines Jacques Offenbach. Der Humor ist so grausam, dass einem fast schlecht wird. Mit der Musik klarzukommen, ist der helle Wahnsinn. Als ich das zum ersten Mal gelesen und gehört habe, habe ich das blanke Grausen bekommen, aber irgendwann auch eine komische Liebe dazu entwickelt. Ich finde es natürlich auch interessant als Gegenposition zu vielem verkniffenem Theater, das sich so hyperintellektuell und wahnsinnig sensibel gibt, und das mir ziemlich auf den Zeiger geht. Ich habe Lust, etwas zu machen, bei dem sich einem erstmal die Haare sträuben, was aber darin auch einen großen Unterhaltungswert bekommen kann. Es reizt mich, diese wahnsinnig kitschigen Liebesszenen total aufzupumpen, wie einen Riesenluftballon, so wie Jeff Koons den Popeye aufgeblasen hat. Wenn schon Kitsch, dann richtig. „Frau Luna“ zu inszenieren, bedeutet, die Geschmacklosigkeit auf den Gipfel zu treiben. Ich dachte schon bei „Spanische Fliege“, damit wären die Geschmacksgrenzen erreicht, aber „Frau Luna“ setzt noch einen drauf.

Strafverschärfend ist „Frau Luna“ mit einer gewissen Schwerfälligkeit, der Brachial-Volkstümlichkeit und einem eher groben Humor ziemlich deutsch …
KOSKY
?Aber nicht in den Händen von Herbert Fritsch, ich bitte Sie! (lacht)
FRITSCH?Danke, Barrie. (lacht) Aber ich will den Mund jetzt nicht zu voll nehmen, ich quäle mich schon mit dem Stoff. Man muss ja nur so ein Lied nehmen wie „Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft“, das ist der Killer.
KOSKY (singt)?Luft, Luft, Luft …
FRITSCH?Was macht man damit? Man kann versuchen, was man will, da knallt man gegen die Wand. Vielleicht ist das Ganze ja mein künstlerischer Selbstmord …
KOSKY?Herbert, du hast einen Vertrag mit der Komischen Oper unterschrieben, du kannst jetzt keinen künstlerischen Selbstmord begehen!

Was wird Herbert Fritsch an der Komischen Oper inszenieren?
KOSKY
?„Don Giovanni“ von Mozart, in der übernächsten Spielzeit. Er wird das Haus lieben, und das Haus wird ihn lieben. Natürlich hätte er auch eine große Operette inszenieren können, aber ich habe ihm vorgeschlagen, „Don Giovanni“ zu machen. Das ist ein Dramma giocoso, also Drama und Comedy, aber viele Inszenierungen der letzten Jahre waren nur Drama ohne Comedy. Gerade diese unglaublich interessante, widersprüchliche Form zwischen Komik und Drama ist so faszinierend. Herbert hat genau wie Mozart dieses wunderbare Talent, das Clowneske mit dem Intellektuellen und der Raffinesse zu verbinden. Und Mozart war besessen von Pups- und Kacka-Witzen.
FRITSCH (lacht)?Pipi-Kacka-Witze mache ich auch, jederzeit.

Paul Abrahams „Ball im Savoy“, die Operette, die Sie an der Komischen Oper inszenieren, Herr Kosky, ist wesentlich raffinierter, mondäner und aberwitziger als „Frau Luna“. Abraham war Jude, er musste emigrieren, seine Operetten standen für das moderne, urbane, intelligente Entertainment im Berliner Kulturbetrieb der 20er-Jahre, das die Nazis zerstört haben.
KOSKY
?Die Premiere war im Dezember 1932 im Großen Schauspielhaus, eine riesige Produktion, es ist sein letztes großes Werk. Er konnte seine Karriere im Exil, erst in Paris, dann in New York, nicht fortsetzen. Die Pointe ist, dass Goebbels seine Musik geliebt hat, auch wenn er das öffentlich nie gesagt hätte. Kennen Sie die Geschichte von Paul Abrahams unveröffentlichten Liedern? 1933 warnte ihn ein Freund, Abrahams wusste, dass er als prominenter jüdischer Künstler sofort emigrieren muss. Abraham hatte in seiner Bibliothek Kompositionen von über 400 unveröffentlichten Liedern. Er gab seinem Chauffeur die Schlüssel für seine Bibliothek und bat ihn, ihm die Noten ins Exil nach Paris nachzuschicken. Aber der Chauffeur hat diese Lieder in Berlin verkauft. Es gibt die Vermutung, dass viele populäre Hits der Nazi-Zeit eigentlich Kompositionen von diesen Liedern aus Paul Abrahams Bibliothek sind. In New York ist Paul Abraham verarmt, er ist krank geworden und war Jahre in der Psychiatrie. Vielleicht hat er in der Psychiatrie seine eigenen Lieder im Rundfunk gehört, Lieder, von denen niemand wusste, dass sie von ihm sind. Paul Abrahams Lebensgeschichte ist eine der traurigsten Künstler-Biografien, die ich kenne. Einer der beiden Librettisten von „Ball im ­Savoy“, Fritz Löhner-Beda, wurde nach Auschwitz deportiert. Er hat Franz Lehбr, für den er mehrere Libretti geschrieben hatte, in Briefen um Hilfe gebeten, aber Lehбr hatte sich mit den Nazis ganz gut arrangiert, er hat nichts für seinen Librettisten unternommen. Fritz Löhner-Beda wurde in Auschwitz erschlagen, ein Wachmann hat ihm mit einem Stein den Kopf zertrümmert. Diese jüdischen Künstler wie Paul Abraham oder Fritz Löhner-Beda waren elegant, kosmopolitisch, sie waren Stars und ein wichtiger Teil der Berliner Kultur. Abraham war berühmt für seine Gulasch-Partys in seiner Villa in der Fasanenstrasse, das war „the place to be“. Max Reinhardt, die großen Dirigenten, Schauspieler, Sänger kamen nach den Theatervorstellungen zu seinen Partys.

Ihre Inszenierung von „Ball im Savoy“ ist in Deutschland die erste große Produktion dieser Operette seit der Uraufführung vor 81 Jahren. Man könnte sagen, dass es den Nationalsozialisten gelungen ist, diese frivole, übermütige Operette aus unserem kulturellen Gedächtnis zu löschen. Noch 1952 schreibt ein populärer Opernführer im besten Stil der Nazi-Musikkritik, Abrahams „Allerweltsmusik“ leugne „beinahe bewusst den Zusammenhang mit einer geschlossenen völkischen Gemeinschaft.“
KOSKY
  Damit ist sein Judentum gemeint. In „Ball im Savoy“ ist der Jazz nicht nur eine hübsche Zutat, wie bei Komponisten wie Krenek, das ist die erste große, echte Jazz-Operette. Die Musik ist genial. Was hätte Paul Abraham noch komponiert, wenn er nicht hätte emigrieren müssen? Diese ganze Kultur haben die Nazis und anschließend der Kitsch der Nachkriegsfilme zerstört. All diese wunderbar witzigen, ein bisschen frivolen, albernen, intelligenten, sentimentalen Unterhaltungsstücke der jüdischen Komponisten der Zwanziger- und frühen Dreißigerjahre sind nicht mehr Teil der deutschen Kultur. Wenn man Aufnahmen der Uraufführung hört, versteht man auch, dass Abraham für seine Sänger geschrieben hat. Operette war eine Darsteller-Kunst, die Künstler konnten tanzen, singen, spielen, sie haben auf der Bühne viel improvisiert. Diese Form von Theater ist in Deutschland fast komplett verloren gegangen. Eine Operette, in der jemand wie in „Ball im Savoy“ singt „Wenn wir Türken küssen“ oder „Jeder macht das Känguruh, hopp, hopp“, muss man doch einfach lieben.

Heute könnte ein Künstler, der singt „Wenn wir Türken küssen“, schnell als politisch nicht korrekt gelten.
KOSKY
Vieles in dieser Operette ist an der Grenze der politischen Korrektheit, und das ist super. Wir haben das nicht gestrichen, im Gegenteil. Diese Figur in der Operette, ­Mustapha Bey, ist der türkische Konsul, er war sechs Mal verheiratet, mit lauter europäischen Frauen, weil er ein moderner Türke ist. Am Ende stellt er seiner siebten Ehefrau seine ersten sechs Frauen vor, um ihr zu beweisen, dass er ein guter Ehemann ist. Das ist eine Szene wie von den Marx-Brothers. Ich bin sehr glücklich, dass Helmut Baumann diesen Mustapha Bey spielt. Die Pointe ist, dass man diese Figur eigentlich als Juden verstehen kann. Wie oft in diesen Stücken gibt es die Figur des Outsiders, des Fremden. Abraham kann keinen Juden auf die Bühne bringen, also bringt er den Juden maskiert als Türken auf die Bühne. Die Musik für Mustapha Bey ist nicht türkisch, das ist pure Klezmer-Musik, es klingt wie eine Bar-Mitzwa-Band. Das ist ein phantastischer Mischmasch, auch mit solchen Figuren wie Daisy Darlington, der amerikanischen Stepptanz-Weltmeisterin, die in Mustapha Bey verliebt ist.

Wie passt diese Leichtigkeit, die alberne, überdrehte, vergnügungssüchtige Verspieltheit dieser Operette von 1932 zum gleichzeitigen latenten Bürgerkrieg auf Berlins Straßen und dem Terror der Nationalsozialisten kurz vor der Machtübernahme?
KOSKY
Ja, man amüsierte sich drei Stunden in der Operette, und auf den Straßen wurde geschossen. Der Druck ist da, aber davon hört man nichts in dem Stück, das ist fantastisch. Man hört natürlich wie in jeder guten Operette, und besonders bei Paul Abraham, die Melancholie und Einsamkeit. Aber es ist wunderbar, dass er den Schatten der heraufziehenden Nazizeit völlig ausblendet, das Stück ist als purer, verrückter Spaß geschrieben.

Man könnte dem „Ball im Savoy“ Eskapismus vorwerfen, aber vielleicht ist Paul Abraham ja als Künstler so souverän, den Schmutz der Nazis in seiner Operette einfach zu ignorieren.
FRITSCH
Das ist doch großartig, dass er in diesem Werk nichts durchscheinen lässt von dem, was politisch gerade geschieht, sondern seinen Way of Life und seine verrückte Kunst behauptet. Ich finde diese Haltung vorbildlich. Das lässt unser Verständnis von Unterhaltung mit dem ewigen kritischen Getue extrem vermissen. An dieses intelligente, lustige Entertainment, das die Nazis ganz brutal gekillt haben, müssen wir heute wieder anknüpfen. Das versuche ich jetzt mit „Frau Luna“ von Paul Lincke, auch wenn dieser deutsche Proll Paul Lincke nun wirklich kein Jacques Offenbach ist. Was ich bei Offenbach so toll finde, ist, wie er mit seinem Pelzmantel und seinem Cello aufgetreten ist, ein richtiger Rockstar, der eine Riesenshow abgezogen hat, ein echter Dandy …
KOSKY  … ein deutsch-jüdischer Dandy, aus Köln.
FRITSCH Genau. Was mich besonders fasziniert, ist, wie er sein Orchester hat spielen lassen, ganz anders, als man normalerweise mit den Instrumenten umgeht, merkwürdige Klänge entstehen. Wenn man liest, wie er sein Cello mal­trätiert hat, das steht Jimi Hendrix, wenn der mit der Zunge seine Gitarre bearbeitet, sicher in nichts nach. Genau das passiert heute, wenn Sänger und Schauspieler versuchen, mit ihrer Stimme, mit ihrem Körper extremer umzugehen. Die ganze Theaterentwicklung schreit im Augenblick geradezu nach einer Form, die jenseits von Operette oder Musical oder Schauspiel oder Sprechtheater ist. Sprechtheater ist sowieso ein fürchterliches Wort.

Dumme Frage: Was ist der Unterschied zwischen Operette und Musical?
KOSKY
Wenn wir über „Mamma Mia“ oder „König der Löwen“ reden – das hat mit der Operette nichts zu tun. Aber wenn wir über die Broadway-Tradition der 30er-, 40er-, 50er-Jahre reden, von Cole Porter, Gershwin, von Rodgers and Hammerstein, lauter große Genies, dann ist das das nächste Kapitel der Pariser, Wiener, Berliner Operetten-Tradition. Die Rock-Musicals von Andrew Lloyd Webber sind etwas völlig anders, das ist einfach Kulturindustrie. Operette ist in Deutschland in der Hochkultur fast ein Schimpfwort, aber who the fuck cares. Wichtig ist, was bei den Proben geschieht, mit so großartigen Darstellern wie Dagmar Manzel, Katharine Mehrling oder Helmut Baumann oder dem Chor der Komischen Oper Berlin. Kein Chor im gesamten deutschsprachigen Musiktheater kann so großartig tanzen wie unser Chor. Das zählt, nicht irgendwelche alte Schubladen. Es ist zehnmal schwerer, „Frau Luna“ oder „Ball im Savoy“ auf die Bühne zu bringen als den „Ring der Nibelungen“. Diese Form von Timing und blöden Witzen und Leichtigkeit herzustellen, ist einfach nicht ganz leicht.

Vermutlich sind auch die riesigen Ball-Szenen einigermaßen probenintensiv, oder?
KOSKY
Riesige Ball-Szenen inszeniere ich im Schlaf, das ist nicht das Problem. Zu Beginn der Proben habe ich dem Ensemble gesagt, dass man bei einer Operette am Anfang der Proben Spaß hat, und dann fängt die harte Arbeit am Timing an. Man muss immer die Komik und die Melancholie ausbalancieren, gerade bei Paul Abraham. Es gibt Comedy-Szenen, bei denen wir wochenlang am Feinschliff gearbeitet haben.
FRITSCH Genau, das ist Training, brutales Training, anders geht es nicht. Anders bekommt man das Ding nicht ins Schwingen.
KOSKY Die Filme der Marx-Brothers sind so genial, weil sie alle ihre Nummern vor den Dreharbeiten ein Jahr lang in ihren Varietй-Shows vor Publikum aufgeführt haben, das ist pures Timing-Training. Deshalb ist ihr Timing in den Filmen so fantastisch.
FRITSCH Und ich behaupte, dass die deutschen Filmkomödien so trostlos sind, weil sie genau das nicht können. Sie kommen eben nicht vom Varietй, sondern vom Fernsehen, und das sieht man.
Letzte Frage, Herr Kosky, was machen Sie in Ihrer Inszenierung mit den blöden Witzen?
KOSKY Nun, wir zelebrieren sie, gerade wenn sie unglaublich blöd, sexistisch und rassistisch sind, das gehört zur Frechheit dieser Operette.

Interview: Peter Laudenbach
Fotos:
David von Becker

Ball im Savoy
Paul Abrahams Operette ist eine Screwball-Komödie auf
Operetten-Basis. Kaum eingezogen in die Villa in Nizza muss der
frischgebackene Ehemann Aristide den Angriff seiner Ex-Flamme parieren.
Die Tänzerin Tangolita hatte ihn nur gegen das Versprechen freigegeben,
dass Aristide sie zu einem Galadiner einlädt. Nun will sie es. Und zwar
gleich. Die Ehefrau wird indes gewarnt, sodass es beim Ball im Savoy zu
einer hübschen Enttarnung kommt. Prompt kippt die Ehekomödie in die
Scheidungskomödie. Am Ende steht die Versöhnung einer
­Tabuzonen-Komödie.
Komische Oper,
u.a. am So 9., So 23.6., 19.00 Uhr, Mi 12., Sa 15., Di 18., Fr 21., Mi 26.6., 19.30 Uhr,
Karten-Tel. 47 99 74 00

Frau Luna
Paul Linckes Operette ist der Urknall der Berliner
Operette. Fritz Steppke unternimmt samt seiner Wirtin Frau Pusebach und
der Freunde Lämmermeier und Pannecke eine Reise zum Mond, der sich als
eine Berliner Kirmes mit Schuss entpuppt. Interstellare Paare finden
sich, von denen sich Steppke in seiner Berliner Mansardenwohnung nichts
träumen ließ. Kurz: Ein Berliner Wolkenkuckucksheim, in dem die
Rixdorfer Fassbrause direkt vom Himmel regnet.
in der Volksbühne
z.B. am Mi 19., Fr 21., Sa 22., Do 27., Sa 29.6., 19.30 Uhr,
Karten-Tel. 24 06 57 77

 

Herbert Fritsch
Herbert Fritsch war in Castorfs Volksbühne ein Extrem-Schauspieler und ist heute ein mindestens genauso ex­tremer und umwerfender Regisseur. Seit vielen Jahren verfilmt Fritsch in einem Endlos-Projekt Shakespeares „Hamlet“. Inszenierte er vor ein paar Jahren noch an kleinen Provinztheatern, ist er mit seinem zirzensisch-artifiziellen Dada-Hochbeschleunigungstheater inzwischen in der ersten Regie-Liga angekommen. Letztes Meisterwerk: „Murmel Murmel“.

Barrie Kosky
Barrie Kosky, Australier, Enkel jüdischer Einwanderer aus Russland, Polen und Ungarn, sorgt seit dieser Spielzeit als Intendant der Komischen Oper für gute Laune und intelligente Opern-Aufführungen. Seine „Zauberflöte“ in Stummfilm­ästhetik ist die beste frei verkäufliche Glücksdroge, die in der Stadt derzeit erhältlich ist. Wer glaubt, Oper sei eine ehrwürdige und etwas langweilige Angelegenheit, kennt Kosky nicht.

 

 

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