Theater

Comedian Dirk Bach ist tot

DirkBach_der_Kl_Koenig_Dezember_Selbst neun von zehn Fernsehmuffel wissen mit dem Namen Dirk Bach etwas anzufangen. Nicht unbedingt wegen dessen prägnanter Statur oder weil doch jeder Zweite heimlich das „Dschungelcamp“ geschaut hat. Eher schon wegen seiner unglaublich wandelbaren und unverwechselbaren Stimme. Die kam natürlich in zahlreichen Zoten und Gags des Comedians sehr gut an, genauso wie sein so dreckiges und gleichzeitig charmantes Lachen. Aber seine wahrhafte Meisterschaft fand er als Vorleser in diversen Hörbüchern. Ganz vorne dabei Walter Moers‘ „Die Stadt der träumenden Bücher“ oder „Rumo“, wo Dirk Bach die Nuancen seiner Stimme perfekt ausschöpft, ob tief, rauchig und bedrohlich als Smeik oder hoch säuselnd als „Rala“. Hier werden die Figuren tatsächlich lebendig und auch beim 10. Mal Anhören kommt keine Langeweile auf.

Seine Laufbahn begann Dirk Bach einst in einem Theater und die Liebe zu den Brettern, die die Welt bedeuten, war ihm geblieben. Mit dem Stück „Der kleine König Dezember“ wollte Dirk Bach im Schlosspark Theater wieder seine Schauspiel- Ambitionen ausleben. Axel Hackes Geschichte um einen kleinen, dicken, Gummibärchen liebenden König, der hinter dem Bücherregal wohnt und seine Träume in einer Schachtel verwahrt, wäre eine Paraderolle für den vielseitigen Entertainer gewesen. Die Voraufführungen waren bereits für den 4. Oktober angesetzt. Das Schlosspark Theater und sein Intendant und Komikerkollege Dieter Hallervorden sind ebenso fassungslos wie der Rest der Republik. Sämtliche Aufführungen wurden abgesagt.
Dirk Bach wurde am 1. Oktober 2012 leblos in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Die genaue Todesursache ist noch immer unklar, ein Fremdverschulden scheint aber ausgeschlossen zu sein.
Fast ein wenig ahnungsvoll, aber auch ein bischen tröstlich klingt da ein Satz aus dem „Kleinen König Dezember“: „Und wer tot ist, wird ein Stern“.

Foto: Thomas Bergmann/Schlosspark Theater

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