Theater

„Common Ground“ im Maxim Gorki Theater

CommonGround_c_ThomasAurinWäre es nicht so zynisch, man müsste Yael Ronen perfektes Timing attestieren. Während in der Ukraine ethnische Konflikte und das robuste Auftreten Russlands das Land spalten, blicken die Regisseurin und ihr Ensemble zurück auf die jugoslawischen Bürgerkriege der 90er-Jahre. Wie in ihrer bisher besten Inszenierung „Die dritte Generation“ (2009 an der Schaubühne) benutzt Ronen wieder klug und witzig die zu Anekdoten verdichteten (und verkleinerten) Lebensgeschichten ihrer diesmal aus Serbien, Kroatien, Bosnien, Israel und Deutschland stammenden Darsteller, die die Erinnerung an die Balkankriege mit Momenten der eigenen Lebensgeschichte montieren.

Zur Recherche ist das Ensemble eine Woche durch die früheren Kriegsgebiete gereist. Ehrlicherweise bringt einer dieser Balkan-Reisenden in der Aufführung das prinzipielle Ungenügen dieses kurzschlussartigen Versuchs, Realgeschichte theatergerecht zu verknappen, deutlich genug auf den Punkt: „Wie kann man versuchen, einen fünfjährigen Krieg auf einer fünftägigen Reise zu verstehen“. Das ist das Problem dieses 90-minütigen Theaterabends.

Text: Peter Laudenbach

Foto: Thomas Aurin

tip-Redaktion: Annehmbar

Common Ground Maxim Gorki Theater, Karten-Tel. 20 22 11 15

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