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Das Festival Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D.)

Das Festival Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D.)

Warum ziehen junge Europäer in den Dschihad? Die Frage hat den Schweizer Theatermacher Milo Rau beschäftigt, als er für „The Civil Wars“ zu recherchieren begann. Übrig geblieben davon ist die Rahmengeschichte eines 17-jährigen Belgiers, der Kämpfer für den heiligen Krieg in Syrien werden wollte. Im Zentrum der Inszenierung – mit der die Schaubühne ihr Festival Internationale Neue Dramatik (F.I.N.D) eröffnet – stehen jetzt aber die Biografien von Raus Schauspielern. Lauter gebrochene Familiengeschichten werden dabei aufgefächert, die ebenfalls Ausfahrtmöglichkeiten in die Radikalisierung geboten hätten. Man merke, so Schaubühnen-Chefdramaturg Florian Borchmeyer: „Etwas ist faul im Reiche Europa.“Diese neue Ausgabe des Festivals spiegele die „brisante politische Wirklichkeit“.
Zu den vielversprechenden Inszenierungen zählt das dokumentarische Stück „Nadia/Kabul/Barcelona“ aus Spanien, in dem Performerin Nadia Ghulam von ihrem Aufwachsen im Afghanistan der Taliban erzählt. Nachdem ein Großteil ihrer Familie ermordet worden war, musste sie sich als Mann verkleiden, um überleben zu können.
Die Performance „La imaginaciуn del futuro“ der chilenischen Gruppe La Re-sentida kratzt am Mythos des sozialistischen Säulenheiligen Salvador Allende. Was auf dem Festival von Avignon schon zu Kontroversen geführt hat. Eine junge chilenische Generation wolle sich, so Borchmeyer, „das Pathos der linken Opas nicht mehr anhören“.    

Text: Patrick Wildermann

Foto: Xavier Calvo Requena

Schaubühne Fr 17.–So 26.4., Karten-Tel. 89 00 23; das vollständige Programm finden Sie in der Programmsuche oder unter www.schaubuehne.de

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