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Das Hexenkessel Hoftheater serviert den Sturm im Freien

HexenkesselDas kleine Holztheater, in dem „Der Sturm“ gegeben wird, ist nur eine der Attraktionen, mit denen am Rande des Monbijouparks das Publikum bespaßt wird. Hat man die richtige Schlange gefunden, wird’s gefährlich: „Alle noch mal Platz machen“, sagt die Platzanweiserin streng, und schon braust aus dem Theater eine berockte Mirandolina auf einer Vespa hervor. Ein paar Minuten später (nachdem die „Mirandolina“-Gäste raus- und die „Sturm“-Gäs­te reingegangen sind) geht’s rustikal weiter. Ein flatternder Vorhang und eine flackernde Glühbirne symbolisieren den „Sturm“ mit dem Inselherrscher Prospero, der hier seit zwölf Jahren als Gestrandeter lebt. Die Gesten sind so dick aufgetragen wie die Schminke, und Pros­peros Tochter Miranda haucht ein wenig zu hysterisch. Dazu wird erklärend die Handlung beschrieben („Ariel, du hast den Sturm er­weckt, wie ich dich bat“) – oder gleich die Regieanweisung mitgesprochen. Shakespeare für Dummies. Am Anfang hat das noch den Charme des bodenständigen Handwerkstheaters (besonders der Auftritt der beiden Trapezkünstler als doppeltes Luftwesen Ariel) – doch schnell verflacht es zur zähen Shakespeare-Parodie eines schauspielerisch limitierten Ensembles. Als nach eineinhalb Stunden Schluss ist, ist man jedenfalls erleichtert.

Text: Björn Trautwein

Foto: Bernd Schöneberger

tip-Bewertung: Zwiespältig

 


Der Sturm

im Hexenkessel Hoftheater am Monbijoupark,
bis 5.9., Di-So 21.30 Uhr („Mirandolina“ 19.30 Uhr)

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