Theater

Das Intonations-Festival im Jüdischen Museum

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges und der 150. Geburtstag von Richard Strauss passen eigentlich nicht zusammen. „Was soll’s?!“, muss sich Elena Bashkirova, die Leiterin des Festivals Intonations, gesagt haben. Strauss hat so hübsche Sachen geschrieben und unser Freund Radu Lupu will sowieso Mozart spielen … Also geriet die dritte Ausgabe des Festivals im Jüdischen Museum kreuzbunt. Eigentlich kann man den 1914-Bezug nur noch an wenigen Webern-, Weill- und Viktor-Ullmann-Splittern ablesen.

Intonations ist ein Berliner Ableger des Jerusalem Chamber Music Festivals, einem Familienfest für die erweiterte Barenboim-Mischpoke. Der Meister selbst tritt hier eher nicht auf. Denn es handelt sich um das Terrain seiner Ehefrau Elena, die in Jerusalem direkt gegenüber vom legendären King David Hotel seit 1998 das Familien-Banner schwingt. Es handelt sich um eine Insel innerhalb der nicht eben reichen Musikaktivitäten der Stadt. Kultur in Israel findet fast ausschließlich in Tel Aviv statt.

Mit Andrбs Schiff, Dorothea Röschmann, Kolja Blacher, Andreas Ottensamer, Angela Denoke und Dominique Horwitz pflegt man im Berliner Innenhof des Jüdischen Museums alte und neue Freundschaften. Mit Sohn Michael Barenboim bleibt der Familienanteil konstant. Und Mama Elena spielt Klavier. Am interessantesten ist das Mendelssohn/Webern/Reimann/Strauss-Konzert mit „Le bourgeois gentilhomme“ samt einer Uraufführung von David Coleman – mit Andrбs Schiff, Mojca Erdmann und Guy Braunstein (Sa 10.5., 16 Uhr). Und Radu Lupu präsentiert sich erstmals als Kammermusiker (Do 8.5., 19.30 Uhr).

Text: Kai Luehrs-Kaiser

Intonations Glashof des Jüdischen Museums, Mi 7.5. bis So 11.5., Karten-Tel. 01806-57 00 00

 

Mehr über Cookies erfahren