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Dea Lohers „Das letzte Feuer“ im Deutschen Theater

Das letzte Feuer… sind lauter Versehrte und Verstörte. Die Eltern, die ihr Kind bei einem Autounfall verloren haben, der bekokste Verlierer, der das Kind bei der Flucht vor der Polizei überfahren hat, sein arbeitsloser Vater, der kriegsversehrte Ex-Soldat, die brustamputierte Krebskranke. Und so weiter. Alle treiben sie aneinander vorbei (und treiben es auch mal miteinander), während sie auf der unaufhörlich kreisenden Drehbühne durch die sechs immer gleichen tristen Zimmer irren. Das ist handwerklich sehr solide, aber auch arg gefällig. Weil die an die Figuren wie Seelen-Dekorationsstücke geklebten Verletzungen so klischiert wirken, bleiben all diese Behauptungen vom beschädigten Leben ziemlich beliebig: Eher Vorwand für skurrile Zuckungen als eine echte Auseinandersetzung mit menschlichen Tragödien. So wird das Spiel mit der Melancholie zur kuschelige Wohlfühlveranstaltung, die niemandem weh tut, außer vielleicht Leuten, die vom Theater mehr und anderes erwarten als Wohlfühlangebote.

Text: Peter Laudenbach

Foto: Arno Declair 

tip-Bewertung: Zwiespältig

Das letzte Feuer Deutsches Theater, z.B. am 3.5., 19.30 Uhr

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