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„Debatten! ­Debatten!“ von Peter Laudenbach

Peter Laudenbach
Irgendein Thema wird sich schon finden. Es soll Leute geben, die vor allem zwecks anschließender Debatten-Teilnahme und Rechthaberei ins Theater gehen – zum Beispiel um aufzupassen, ob sich ein Schauspieler Farbe ins Gesicht spachtelt, Darstellerinnen in unzüchtig kurzen Röcken auftreten oder die Unterschicht nicht sozialdemokratisch korrekt, sondern als Elendspornodarsteller auftritt. Dann klingelt sofort der Debattenalarm.
Das Schöne an diesen in der Regel komplett risikofreien Auseinandersetzungen ist, dass sie der Selbstdarstellung der Beteiligten und dem angenehmen Gefühl der eigenen Bedeutung dienen. Dass man sich dabei notfalls selber loben und sich seiner Wichtigkeit versichern muss, wenn es sonst schon keiner macht, haben die eher unbekannten Herren Mumot und Dell in erfrischender Unverkrampftheit vorgemacht. Im Deutschlandradio Kultur waren sie sich sofort einig, wo derzeit die relevanten Debatten stattfinden: Ihre Meinung nach auf www.zeit.de, www.nachtkritik.de und www.freitag.de.
Rein zufällig ist Dell Redakteur der winzigen Wochenzeitung „Freitag“ und Mumot regelmäßiger Autor bei nachkritik, einem Portal, auf dem anonyme Schreiber gerne alles Mögliche und Unmögliche mutmaßen. So kann man Debatten-Relevanz natürlich auch simulieren.  

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