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„Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ in der Staatsoper

Die amerikanische Spelunkenstadt Mahagonny wird von Gaunern gegründet, um Durchreisende um ihre Habe zu prellen. Ein ehrenwerter Vorsatz. Man lebt streng nach dem Grundsatz: „Du darfst alles, solange du Geld hast.“ Nur wer die Zeche prellt, dem blüht die Todesstrafe. In den tülligen, gazigen und glitzerigen Kostümen von Christian Lacroix hätte man Brechts Sackleinen-Moral dialektisch ins Gegenteil wenden können.
Leider verschenkt Regisseur Vincent Boussard diese Chance. Er benutzt denselben Perlenvorhang wie in seiner Inszenierung von „Agrippina“. Und denselben leeren Türrahmen wie in „Candide“. Zwei Selbstzitate, als wolle er sagen: „Was wollt Ihr von mir, mehr habe ich nicht!“ Das Ganze ist Vorwand für eine Supermodenschau. Hübsch, unverbindlich und absolut zweckfrei. Woran weder das allzu glatt laufende Weill-Dirigat von Wayne Marshall noch Gabriele Schnaut als tremolöse Witwe Begbick etwas ändern.

Text: Kai Luehrs-Kaiser

Foto: Matthias Baus

tip-Bewertung: Uninteressant

Den Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Staatsoper
Fr 20., Mi 25.6., 19.30, ?Karten-Tel. 20 35 45 55

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