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Komödie

„Der einge­bildete Kranke“ im Pfefferberg-Theater

Der Anfang ist fett: Als Schattenspiel werden Leonardo Da Vinicis Idealmenschen die Gedärme aus dem Leib gezogen und eine von Ärzten manövrierte Säge kommt auch zum Körpereinsatz

Foto: Andreas Krause

Schließlich rechnet Molière in seiner letzten Komödie mit medizinischen Brachialmethoden ab. Trotz des martialischen Beginns spielt Quacksalberkritik in der Hexenberg-Version keine große Rolle. Und auch Argan (Matthias Zahlbaum), der von allen möglichen eingebildeten Zipperlein geplagte Hausvater, leidet eher nebenbei und sehr lebenslustig. So haben Liebe und Intrige umso mehr Platz, was die bestens aufgelegte Regie lustvoll nutzt.
Mittlerweile ist die ehemalige Open-Air-Truppe vom Hexenkessel Hoftheater um Jan Zimmermann ganz im Drinnen angekommen: Die ­Komik ist immer noch prall, kommt aber weniger polternd daher als unter freiem Himmel, das Bühnenbild spielt eine dominantere Rolle und mehrere Songs würzen diesen hochmusikalischen Spaß noch zusätzlich.
Die umtriebige Haushälterin Toinette spielt Hexenkessel-Urgestein Carsta Zimmermann mit feiner Comedy und auch die diver­sen Neuzugänge im ebenso facettenreichen wie homogenen Ensemble bringen frisches Blut in die alte Aderlass-Geschichte.

Pfefferberg-Theater Do 23. – Sa 25.2., Do 2.+ Sa 4.3., 19.30 Uhr, So 5.3., 18 Uhr, Eintritt 15, erm. 10 €

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