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„Der Freund krank“ in den Deutsches Theater Kammerspielen

Nis-Momme Stockmann ist einer der erfreulicheren Gegenwartsdramatiker. Auch die Grundidee, die er für sein jetzt in den Kammerspielen des Deutschen Theaters zur Aufführung gebrachtes Stück „Der Freund krank“ verwendet, ist nicht die schlechteste: Ein Mann kommt zurück in das trostlose Kaff seiner Jugend, das er vor längerer Zeit verlassen hat, um in der großen Stadt Geld zu verdienen. Zurückgeblieben sind die Verlierer, die Arbeitslosen, die früher in der Aromafabrik gearbeitet haben, als die Fabrik noch nicht pleite war. Zurückgeblieben ist auch Nora, seine Jugendliebe. Jetzt pflegt sie Mirko, der nur noch krank und apathisch vor sich hin döst, seit er Nora geschwängert hat. So weit, so trist.

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Leider interessiert sich Milan Peschel in seiner DT-Inszenierung nicht weiter für die sprachlichen Finessen, sondern versucht vergeblich, eine Art Provinzwestern zu inszenieren. Er verdoppelt den Heimkehrer (Moritz Grove, Daniel Hoevels), wobei die beiden Darsteller zwecks Verrätselung des Geschehens zwischendurch auch mal zu Mirko werden, nun ja. Kathleen Morgeneyer spielt die verblühte Dorfschönheit angemessen herb. Dass über weite Strecken in einer Tonlage gebrüllt wird und der Regie zu den Figuren vor allem Schabernack einfällt, macht es nicht besser.

Text: Peter Laudenbach

Foto: Arno Declair

tip-Bewertung: Uninteressant

Der Freund krank Deutsches Theater Kammerspiele, Di 18.3., 20 Uhr, ?Karten-Tel. 28 44 12 25 

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