• Kultur
  • „Der geteilte Himmel“ an der Schaubühne

Kultur

„Der geteilte Himmel“ an der Schaubühne

Spätestens als Rita, die junge Idealistin, ihrem Geliebten Manfred empört vorwirft, er glaube nicht mehr „an unsere Sache“, entwickelt Armin Petras’ Versuch, Christa Wolfs Erzählung „Der geteilte Himmel“ auf die (Schau-)Bühne zu bringen, unfreiwillige Komik. „Unsere Sache“ ist in Wolfs Prosa-Debüt von 1963 die junge DDR, die Manfred vor dem Mauerbau verlässt. Er glaubt, möglicherweise ja zu Recht, dass in West-Berlin ein besseres Leben auf ihn wartet. Petras versucht, ein halbes Jahrhundert danach Christa Wolfs Blick auf die Aufbruchsstimmung der frühen DDR ernst zu nehmen. Seine Bühnenfassung schrumpft die Erzählung auf Rita (gekonnt herb-zart: Jule Böwe), Manfred (Tilman Strauß) und den Arzt, der Rita nach ihrem durch die Trennung ausgelösten Nervenzusammenbruch behandelt (routiniert: Kay Bartholomäus Schulze). Die schma­le Spielfläche teilt die Zuschauerblöcke wie die Mauer einst Berlin. Petras findet in seiner aufgeführten Hörspiel-Fassung mit Videobegleitung jedoch keine Form für Wolfs Introspektion und lyrische Sprache.    


Text:
Peter Laudenbach

Foto: Dorothea Tuch

Adresse + Termine: Schaubühne

Mehr über Cookies erfahren