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„Der Herzerlfresser“ in der DT-Box

Das neue Einkaufszentrum ist schon vor der Eröffnung eine Ruine: Grundwasser dringt ein und muss heimlich abgepumpt werden. Und im Moor daneben werden dauernd Frauenleichen mit entferntem Herzen gefunden. Bürgermeister Rudi (Harald Baumgartner) ist nervös, und je nervöser er wird, desto hohler tönen seine Phrasen. Die Besitzerin des Nagelstudios war früher mal ein Mann. Ein Kleinkrimineller mit dem schönen Namen Gangsterer Andi (Thorsten Hierse)  macht sich wichtig. Ein rätselhafter Fremder taucht auf. Früher, so im vorletzten Jahrhundert, war er vielleicht ein Serienmörder, der am liebsten das Herz frisch ermordeter Jungfrauen verspeiste…
Die neue Komödie des Österreichers Ferdinand Schmalz trägt den anheimelnd kulinarischen Titel „der herzerlfresser“ und schaut gemütlich in die Abgründe. Ronny Jakubaschk hat das in der kleinen Box des Deutschen Theaters mit Freude an der Groteske und etwas zu aufgekratzt in der Stilllage des bunten Fritsch-Theaters (hier in der Biedermeier-Variante) inszeniert. Wie in einer Spieluhr tänzeln die Figuren vorbei. Wie in der Geisterbahn hüpfen sie durch die Travestie-Nummern. Das ist recht bemüht, ohne Zweifel sehr nett, aber mehr auch nicht.   

Text: Peter Laudenbach

Foto: Arno Declair

Deutsches Theater Box Do 17., Mo 28.12., 20 Uhr, Karten-Tel.: 28 44 12 25

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