Theater

„Der kleine Bruder“ am Maxim Gorki Theater

Der_Kleine_Bruder_c_Thomas_AurinDas sind angesichts der flachen Vorlage etwa zwei Stunden zu viel. All die Szene-Vögel, Möchtegernkünstler, Nachwuchs-Punks und Nachtlebengestalten, die durchs Kreuzberg der frühen Achtzigerjahre irrlichtern, verbringen ihr Leben vor allem damit, von einer Party zur nächsten zu ziehen und dabei der Trinkfreude wie ihrem Rededrang freien Lauf zu lassen. Sie sind typengenau ausgestanzt, vom frisch aus der Bremer Provinz nach Berlin gekommenen Frank Lehmann (Paul Schröder) über die verzickte Szene-Schwäbin (Regine Zimmermann), Lehmans Kumpel Karl (Ronald Kukulies), den Konzeptkunst-Windmacher mit dem hübschen Namen P. Immel (Holger Stockhaus) bis zum Nachwuchshausbesetzer Wolli (Michael Klammer). Aber über Typen-Kabarett kommt die Inszenierung selten hinaus. Halbkomische Sentenzen über das gemütlich angegammelte Vorwende-Berlin machen die Runde: „In Berlin leben ist wie Tuba spielen – Hauptsache, du pupst ordentlich rum.“ Eine Devise, mit der man auch heute noch erstaunlich weit kommen kann. Aber am Ende behält der geschäftstüchtige, weil schwäbische Kneipier Erwin (wunderbar schluffig: Peter Kurth) recht: „Das ist doch alles Nostalgie-Kacke.“

Text: Peter Laudenbach

Foto: Thomas Aurin

tip-Bewertung: Zwiespältig

Der kleine Bruder
im Maxim Gorki Theater

Karten-Tel. 20 22 11 15

INTERVIEW MIT REGISSEUR MILAN PESCHEL

NEUERE THEATERKRITIKEN IN DER ÜBERSICHT

Mehr über Cookies erfahren