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„Der ­Kreidekreis“ im Grips-Podewil

Gleich zwei Premieren in einer am Grips: Zum ersten Mal hat der Stuttgarter Intendant Armin Petras ein Stück für die jüngeren Zuschauer geschrieben. Und zum ersten Mal stehen in Berlins bekanntem und beliebten Jugendtheater leibhaftige Kinder auf der Bühne. „Der Kreidekreis“ heißt der Text, den Petras zusammen mit Lara Kugelmann verfasst hat. Klingt vertraut? Ist es auch, schließlich stammt die Vorlage vom Dichter Klabund, dessen Übertragung einer altchinesischen Fabel auch Brecht zu seinem „Kaukasischen Kreidekreis“ inspirierte. Das Setting wird am Grips allerdings kein Teehaus in Fern­ost sein, sondern ein deutsches Krankenhaus. Hier liegt der Junge Li, an dem die Ärzte ratlos herumdoktern. Um den nervigen Unter­suchungen und vor allem dem Klammer­griff seiner überbesorgten Mutter zu entkommen, zieht Li ein Theaterspiel auf. Als er­kenntnis­stiftende Parabel. Steckt halt doch ein kleiner Brechtianer in ihm. Dieses Stück im Stück handelt vom Mädchen Haitang, an dem alle herumzerren und das schließlich an den fiesen Mandarin Ma verkauft wird. Eine Lehrstunde für Groß und Klein. Regie bei diesem vielversprechenden Petras-Debüt führt das vormalige Grips-Ensemble­mitglied Robert Neumann, der schon mit der Fabel „Die besseren Wälder“ sein Händchen für Stoffe bewiesen hat, die erst auf den zweiten Blick zur sozialrealistischen Tradition des Hauses passen. Mit sechs Nachwuchs­spielern zwischen neun und zwölf Jahren im Cast wird Neumann auf alle Fälle den Begriff Kindertheater am Grips neu auslegen.    

Text: Patrick Wildermann

Foto: David Baltzer/ Bildbuehne

Der Kreidekreis im Grips-Podewil, Sa 7.2., 18 Uhr (Premiere), So 8.2., 18 Uhr, Di 10.2., 11 Uhr, Karten-Tel. 39 74 74 77

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