Theater

Der Schostakowitsch-Zyklus im Radialsystem

Mandelring_Quartett„Leichtigkeit, schlanke Klangschönheit und atemberaubende Transparenz“ attestiert der „Tagesspiegel“ dem Mandelring-Streichquartett. Im November werden die vier Musiker im Radialsystem alle 15 Streichquartette des russischen Komponisten Dimitri Schostakowitsch (1906-1975) aufführen – „eine der bedeutendsten und expressivsten Werkreihen, die je für Streichquartett komponiert wurden“, versprechen die Veranstalter, und sie versprechen nicht zu viel.

Die Entstehungsgeschichte der Streichquartette reicht über ein halbes Jahrhundert, parallel zu den politischen Katastrophen von Stalinismus, Krieg, Nationalsozialismus und sowjetischer Erstarrung – vom ersten Quartett 1938 bis zu seinem letzten Werk 1974. Schostakowitsch ist als Komponist immer auch Zeitdiagnostiker, ein antitotalitärer Künstler im Zeitalter des Totalitarismus.  Kein offener Dissident, aber ein Künstler, der auch unter Stalin seine küpnstlerische Freiheit bewahrt hat. „Die Arbeit der Dichter lässt sich nur schwer kontrollieren. Und auch die Komponisten kann man kaum überwachen, sofern sie keine Opern oder Ballette schreiben. Ein kleines Quartett kann man ganz für sich komponieren und mit Freuden in den eigenen vier Wänden spielen“, sagte Schostakowitsch zu Freunden.

Besonderen Stellenwert nehmen in der Konzertreihe das unter Eindruck des Krieges geschriebene autobiografische 8. Quartett und Schostakowitschs überwiegend elegisches 15. Quartett ein. Das 9. Streichquartett präsentiert das Ensemble im Rahmen eines Gesprächskonzerts.

Foto: Martin Blume

Schostakowitsch-Zyklus
Mandelring Quartett,
im Radialsystem,
Sa 24.11., 18+19.30+22 Uhr und So 25.11., 16+17.30 20 Uhr, insgesamt 6 Konzerte,
Karten-Tel. 288 78 85 88

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