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„Die Akte Carmen“ an der ­Neuköllner Oper

David Mouchtar-Samorais „Die Akte Carmen“ spielt nicht wie sonst im Zigeuner- und Torero-Milieu, sondern, politisch korrekt: unter „Leuten mit unaufgeklärten Aufenthalts- und Grundrechten“. Konkreter: Flüchtlinge, Migranten. Escamillo ist ein Wrestling-Ver­anstalter. Textlich wird ganz leicht zum postmigrantischen Gorki-Theater hinübergeschielt. Die Softcore-Nahkampf-Choreografie dagegen, in der sich Carmen (Farrah El Dibany) und Don Josй (Christian Schleicher) übereinanderwälzen, ist reines Altherren-Theater. Auch die Neon-Fadenkreuze erinnern an Laser-Bühnenbilder der 80er-Jahre.
Gesungen zum Kaffeehaus-Klezmer-­Septett wird auf gutem, wenn auch nicht überdurchschnittlichem Niveau einer Studentenaufführung. Eine originelle, experimentelle oder gar erhellende Idee, wie man sie sich von „Berlins viertem Opernhaus“ (Klaus Wowereit) erwarten könnte, ist nicht zu sehen.   

Text: Kai Luehrs-Kaiser

Foto:
Matthias Heyde

Die Akte Carmen an der ­Neuköllner Oper Karten-Tel. 68 89 07 77

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