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„Die Ängstlichen und die Brutalen“ in den DT-Kammerspielen

aengstlichen_brutalenZwei Brüder, die sich nicht mögen, der eine ein aufgedunsenes Riesenbaby (Christoph Franken), der andere ein verlassener Ehemann, der noch schwer an der Scheidung knabbert und sich hinter Coolness-Posen verschanzt (Werner Wölbern). Und ein Vater, der gerade vereinsamt in seinem zugemüllten Zimmer zwischen Katzenleichen und Abfallbergen gestorben ist. Das hätte ein Theaterstück über Einsamkeit, Fremdheit zwischen Vater und Söhnen, familiäre Dramen werden können. Nis-Momme Stockmanns „Die Ängstlichen und die Brutalen“ ist leider kein Theaterstück, sondern nur eine ziellose Aneinanderreihung leerlaufender Dialoge, poetisch schwülstiger Traumerzählungen und unmotivierter, völlig beliebiger Gewaltausbrüche, bis der Aufgedunsene den traurigen Möchtegern-Coolen mit einem Telefonhörer erschlägt. Davor grummelt der eine gerne „Oh, Mann, oh, Mann…“, der andere überlegt, seine Ex anzurufen, vielleicht hat sie ja Mitleid. Und beide geben Plattheiten zum Vater-Sohn-Verhältnis zum besten: „Ich hätte nie gedacht, dass der mal stirbt.“ David Bösch arrangiert das in den DT-Kammerspielen mal aufgeregt, mal kabarettistisch, aber immer öde.

Text: PL

Foto: Arno Declair

tip-Bewertung: Uninteressant

Die Ängstlichen und die Brutalen DT-Kammerspiele, 18.4., 20 Uhr

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