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Operette

Die Geschwister Pfister über „Roxy und ihr Wunderteam“ von Paul Abraham

„Ohne ­Grätsche geht es nicht!“ – Ein gespräch über Mädchenmannschaften, die Lust auf Obermacker und die Frage, wann die neue echte Pfister-Show kommt

Foto: Jan Windszus

tip „Roxy und ihr Wunderteam“ ist die wohl einzige Fußball-Operette der Musikgeschichte. Nur: Von Fußball versteht ihr doch gar nichts!
Ursli Pfister Frechheit! – Andererseits: Meine Figur, Roxy, muss von Fußball nichts verstehen. Sie muss von Fußballern was ­verstehen.
Frl. Schneider Ich habe mit zehn Jahren angefangen, in einer Mädchenmannschaft zu spielen, in der Nähe von Köln. Als Torwart. Ich war gefürchtet und wurde der „Panther von Zagreb“ genannt. Bis ich Brüste bekam. Da habe ich aufgehört.

tip Von einem Kritiker, der „Roxy“ in Dortmund sah, wurde es als „das Schlimmste“ bezeichnet, was er je gesehen habe. Wie hartgesotten muss man sein?
Toni Pfister Die genannte Aufführung hat uns auch ratlos gemacht. Im Übrigen: super Werk! Es ist jünger als „Ball im Savoy“. 1936 war der Traum vom Glamour längst zerplatzt. Die Figuren haben echte Probleme. Und elf Fußballer erhalten Besuch von einem Mädchenpensionat.

tip Die Handlung, in der das Fußball-Maskottchen Roxy vor seinem verweichlichten ­Verlobten flieht, ist ein Hohelied auf harte Männlichkeit. Oder?
Ursli Pfister Wer vor einem solchen Bräutigam nicht die Flucht ergreift, wäre selber Schuld. Ich will den Obermacker. Wer nicht?!
Frl. Schneider Ohne die Fähigkeit zur ­Grätsche geht im Weltbild meiner Figur gar nichts. Es gibt da goldene Erkenntnisse: „Wer Gymnastik treibt, stets elastisch bleibt…“ Wenn man das gelernt hat, folgt sogleich das „Lied von der Handarbeit“. Muss ich mehr sagen?

tip Die Komische Oper war die erste ganz große Bühne, auf der ihr gearbeitet habt. Worauf kam es an, damit das gelingen konnte?
Toni Pfister Darauf, dass die Arrangements für unseren eher schauspielerischen Ansatz stimmten. Außerdem wissen wir, dass eine schöne Stimme und große Persönlichkeit nicht reichen. Wir sind passionierte Prober und eher pflegeleicht.
Frl. Schneider Wir wollten erst „Ball im Savoy“ machen, das war schon besetzt. Also kam unser zweiter Vorschlag, „Clivia“, dran. Man muss bedenken, dass wir nach dem Erfolg des „Weißen Rössl“ viele Jahre lang nicht ein einziges Angebot in dieser Richtung bekommen hatten.
Ursli Pfister Wir hatten noch nie erlebt, dass wir von einem Intendanten eingeladen und mit offenen Armen empfangen werden.

tip Die Geschwister Pfister gibt es – in dieser Besetzung – seit über 25 Jahren. Könnt ihr froh sein, auf die „schiefe Operettenbahn“ gerutscht zu sein, weil Chanson-Programme gar nicht leicht zu erfinden sind?
Toni Pfister Ja, das sehen wir auch so. Wir sind hierdurch in der beneidenswerten Situation, dass uns die Leute fragen: „Wann kommt denn mal wieder eine echte Pfister-Show?“

tip Und wann kommt sie?
Ursli Pfister In zwei Jahren. Davor gibt es eine „Cindy & Bert“-Hommage: „So als ob du schwebtest“, in der Bar jeder Vernunft.
Toni Pfister In der Komödie im Schiller-Theater planen wir außerdem „Mord im Orientexpress“ – mit Katharina Thalbach als Hercule Poirot.
Frl. Schneider Und ich mache in der Bar gemeinsam mit Meret Becker, Anna Mateur, Anna Fischer und Katharina Thalbach eine Art Western-Programm namens „Die fünf glorreichen Sieben“. Das ist nicht Fremdgehen. Das ist frischer Wind in der Ehe.

Termine: Roxy und ihr Wunderteam in der Komischen Oper Behrenstr. 55, Mitte, 12–96 €

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