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„Die juristische ?Unschärfe einer Ehe“ am Maxim Gorki Theater

Nurkan Erpulat hat Olga Grjasnowas melancholisch schillernden Roman „Die juristische Unschärfe einer Ehe“ so energie- und gefühlsgeladen inszeniert, dass man sofort Lust bekommt, das Buch gleich noch mal zu lesen. Es sind Szenen aus der Berliner Bohиme, in der empfindsam oder gierig durcheinandergeliebt und gelebt wird. Leyla, einst Ballettelevin am Bolschoi, verliebt sich in die jüdisch-amerikanische Konzeptkünstlerin Jonoun (Mareike Beykirch). Ihr Mitbewohner Altay (Taner Sahintürk) hat unter anderem mit einer hinreißenden Dragqueen (Mehmet Atesci) eine Affäre, deren Antwort auf die Frage nach ihrem Geschlecht schlicht lautet: „Ich bin ein Ereignis“. Die rasante Dreiecksliebes- und Selbstsuche-Geschichte ist düster grundiert: Altays erster Geliebter hat sich umgebracht, Leyla und er sind vor der Homophobie und dem autoritären Regime in Baiku in den nur vermeintlich freien Westen geflohen. Erpulats Inszenierung gelingt es, die Bitterkeit so ernst zu nehmen wie die menschenfreundliche Lebensgier seiner Figuren.   

Text: Peter Laudenbach

Foto: Ute Langkafel/ MAIFOTO

Maxim Gorki Theater
Do 5.11., Fr 11.12.,, Mo 21.12., 19.30 Uhr, ?Karten-Tel.: 20 22 11 15

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