Theater

„Die letzte Kommune“ im Grips Theater

GripsAussetzer_c_DavidBaltzer_bildbuehneDer demographische Wandel erreicht die Revoluzzer von einst: Wie organisiert sich die renitente 68er-Generation ihr Alter? Diesen nicht uninteressanten Fragen gehen das erprobte Duo Peter Lund (Text) und Thomas Zaufke (Musik) im Grips Theater nach. Doch leider ist das, was sie in ihrem Stück „Die letzte Kommune“ erzählen, arm an Substanz und reich an Klischees. Das fällt besonders auf, weil selbst die Songs diesmal nicht zünden, so demonstrativ in den Chorszenen auch auf gute Laune und vergnügte Agitation gemacht wird: „Denk nicht / geht nicht / Geht nicht / gibt’s nicht!“

Im Mittelpunkt stehen mit dem emeritierten Professor Friedrich und seinem proletarischen Kumpel zwei APO-Opas, die es noch einmal mit der sozialen Utopie vom gemeinsamen Wohnen versuchen wollen. Ihre Kinder sind davon nicht begeistert, die Enkel hingegen schon und schließen sich an, ebenso ein junger Obdachloser und eine bald demente Rentnerin. Diverse Probleme wie Pflegestufen, Heime oder Sterbehilfe werden mehr oder weniger heiter gestreift, ohne irgendwie nachhaltig aufbereitet zu sein. Kein Wunder, dass die Inszenierung von Franziska Steiof angesichts des arg konstruiert wirkenden Geschehens und der grob gezeichneten Figuren nicht auf Touren kommt.
Fast drei Stunden dauert die ziemlich altbackene Aufführung, die eine linke Seniorengeschichte versucht und sich daran gehörig verhebt.

Text: Irene Bazinger

Foto: David Baltzer

tip-Bewertung: Uninteressant

Die letzte Kommune, Grips Theater, Sa 5., Mo 7., Di 8.10., 19.30 Uhr, Karten-Tel.: 397 47 477

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