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„Die Macht der Gewohnheit“ im Berliner Ensemble

Es war einmal, lange ist es her, da galt Claus Peymann als der Regisseur, der es wie kein anderer verstand, Thomas Bernhards Lebensüberdruss-Sottisen mit musikalischer Leichtigkeit und dem Anschein tieferer Wahrhit aufzuführen. Jetzt serviert der BE-Hausherr Bernhards frühe Künstler-Tragikomödie „Die Macht der Gewohnheit“. Das hätte lustig werden können, handelt das Stück doch von einem despotischen, seine Artisten pedantisch drillenden Zirkusdirektor, der so gerne ein großer Künstler wäre und einmal, nur ein einziges Mal, gerne Schuberts „Forellenquintett“ aufführen möchte – naturgemäß vergebens. Drill und Größenwahn – das ist ohne Zweifel ein idealer Stoff für den ­BE-Zampano.
Der Abend hätte sogar böse-­komisch werden können. Denn den Zirkusdirektor Claus Caribaldi spielte kein Geringerer als der große Charakterkopf Jürgen Holtz. Aber dann wurde es wieder nur einer dieser mühsam witzelnden, unglaublich schwerfälligen, zähen, dafür alles überdeutlich ins Plakative aufblasenden Peymann-Abende zum Gähnen.  

Text: Peter Laudenbach

Foto: Monika Rittershaus

Adresse und Termine: Berliner Ensemble, Karten-Tel. 28 40 81 55

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