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Die Neuköllner Oper verspottet Gentrifizierungsängste und feiert das „Brachland“

Brachland„Brachland“ (Text: Tilman Rammstedt und Matthias Rebstock) erzählt sehr lässig „Geschichten vom Nichts“ (Regie: Matthias Rebstock). Wenn die letzte Baulücke von einem Investor bebaut wird, wenn die innerstädtischen Brachen verwertet und alle Zwischennutzungsprojekte ausgelaufen sind, wird das gemütliche Gammeln im Abseits schwierig.

Also entscheiden sich in dieser Inszenierung sechs „Raumpioniere“ aus dem Kultur-Prekariat für die Freuden des Landlebens und reden sich die Flucht aus der stressigen Metropole elegant schön: „Die Stadt ist eine Singleparty, eine Jobbörse… Die Stadt ist ein Versprechen, das sich nicht einlöst.“ Dazwischen singen sie sehr schräg und anmutig deutsches Liedgut von den Lassie Singers (“Ist das noch Boheme oder schon Unterschicht…“) bis zu Gustav Mahlers „Ich bin der Welt abhanden gekommen.“ Und immer sind die Gentrifizierungs-Flüchtlinge und Großstadtneurotiker auf der vergeblichen Suche nach der entrümpelten Leere, nach der vollkommenen Stille, nach dem endgültigen Brachland oder einfach nach dem  Nichts. Am Ende bleibt nur die Kleinanzeige als letzter Ausweg: „Alte Schabracke sucht Bauunternehmer zwecks Zwischennutzung…“    

Text: Peter Laudenbach

(tip-Bewertung: Annehmbar)

Termine: Brachland
in der ? Neuköllner Oper, ab 2.9., 20 Uhr, Karten-Tel: 6889070

http://www.neukoellneroper.de/

 

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