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Open-Air-Theater

Die Shakespeare Company Berlin zeigt „Maß für Maß“ im Grünen

Foto: René Loeffler

Nicht erst seit dem FPÖ-Skandal-Video ist Österreich ein gutes Stellvertreterland, wenn es darum gehen soll, was Macht mit Politikern macht. In diesem Komödien-Fall hat Herr Shakespeare diese Einordnung selbst erledigt: Er siedelt das Spiel um einen milden Herzog, der einen Statthalter einsetzt, um rigide Ordnung durchzusetzen, ohne selbst als Tyrann dazustehen, in Wien an. Das heißt im Freilufttheater natürlich Schmäh, den Tobias Schulze in Doppelrolle als jovialer Herrscher und gemütlich schnoddriger Bordellwirtin auch köstlich augenzwinkernd serviert.

Aktuelle politische Anspielungen bleiben aus, was nicht weiter schlimm ist. Bissige Kommentare zu Doppelmoral und Machtmissbrauch gibt es auch ohne Zusätze zuhauf. Wobei das Wühlen in menschlichen Abgründen bei sommerlichen Tem­peraturen naturgemäß nur eine klitze­kleine Beigabe ist.
Texttreue spielt eine diesmal etwas kleinere Rolle als sonst bei der Shakespeare Company. Üppiges Schauspieler-Theater wird mit fein ziselierten A-Cappella-Gesängen und ausladenden Slapstick-Einlagen kombiniert. Das ­fasert manchmal ein wenig aus und bremst das Tempo. Trotzdem amüsiert man sich zwischen mit Luken versehenen Bühnenstellwänden und einem durchgeknallten Kostüm-Sammelsurium doch recht gut. Einladungen zum gelegentlichen Nachdenken miteingeschlossen.

Termine: Naturpark Südgelände Prellerweg 35, ­Schöneberg, Eintritt 23–28 €

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