Theater

Die Volksbühne Berlin zieht um

VolksbühneDoch nicht nur auf dem alten Panzerkreuzer wird klar Schiff gemacht – in diesen
Tagen haben auch andere Häuser die Kisten gepackt. Das Grips Theater hat gerade
den Umzug seiner Zweitbühne ins Podewil gestemmt und gefeiert. Notwendig geworden war er durch die beginnende Renovierung des Schiller-Theaters, wo das Grips bisher in der Schiller-Werkstatt spielte. Ab 2010 wird die Staatsoper im Schiller-Theater für drei Jahre Asyl erhalten. Was das Deutsche Theater hinter sich hat, haben die Staatsoper wie die Volksbühne vor sich: eine Grundsanierung.

Perfekt macht den Umzugsreigen der letzten Wochen das Deutsche Theater. Die durften ihre Kisten endlich wieder zurück ins frisch renovierte Haupthaus tragen. Das DT hat vorgemacht, wie man elegant mit dem Ausnahmezustand umgehen kann, keine feste Spielstätte zu haben. Erst baute man ein schickes Zelt auf den Vorplatz, als das nicht reichte, wurden der Club Berghain und die Volksbühne als Ausweichspieltstätten akquiriert.

Mit ihren Packorgien liegen Berlins Häuser übrigens im Trend. Berliner waren schon immer wahre Umzugsweltmeister. Gut elf Prozent der Berliner wechseln pro Jahr ihre Bleibe. Schade nur, dass Frank
Castorf nicht an das Motto „Kunst durch Kiste“ glauben will. Denn er soll einen
Umzug ins Schiller-Theater abgelehnt haben. Aus Angst, im Westen kämen dann gar
keine Zuschauer. Stattdessen wechselt man nur die Straßenseite und zieht ins Babylon.
Vor dem Haus wird zusätzlich eine Freiluftbühne gebaut. Noch langweiliger war
da nur Claus Peymann. Der ließ das BE sanieren, bevor er es übernahm. Und wird
wohl nie mehr umziehen.

Text: Björn Trautwein

Foto: Bernd Sauer-Diete 

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