Theater

„Die Zeit schlägt Dich tot“ im HAU 1

Die_Zeit_schlaegt_dich_tot_04_c_QuelleHAUEr tobt über den grünen Kunstrasen der Bühne, rennt im Kreis, schwingt sich an einer Schaukel durch die Lüfte und jagt im Parforce-Ritt durch die ganz großen Fragen: „Das ist die Stadt! Ich muss mich behaupten! Gegen die Stadt! Ehen gehen auseinander! Diese ganzen Probleme, die wir haben! Ich habe Probleme!“ Hinrichs’ Gedankengänge in der Show mäandern irritierend zwischen Naivität und Theoriebruchstücken einer obskuren Privatphilosophie. Dazu kommt von einer Band um den Element-of-Crime-Gitarristen Jakob Ilja ein Soundtrack aus filigran-wuchtigen Gitarren-Wänden.

Und weil Hinrichs selbst immer wieder fröhlich-selbstironisch grinsen muss und gerne mal spöttisch vorführt, dass das alles ja nur Theater ist, macht es großen Spaß, ihm neunzig Minuten lang beim wilden Ritt durch die eigenen Gehirnwindungen zuzusehen. Schon der Einstieg macht klar, dass wir es mit einer Show der großen Anmaßung zu tun haben. Hinrichs schwingt feierlich die Schaukel durch die Luft und kommentiert jedes Hin- und Herschwingen mit einem Schauspielernamen: Fritz Kortner, Heinrich George, Bernhard Minetti … Am Ende des Abends sitzt er melancholisch auf einem großen, gelben Gummiball mit der Aufschrift „ICH“.

Foto: HAU

Die Zeit schlägt Dich tot
HAU 1, Di 14. + Mi 15.5., 20 Uhr, Karten-Tel. 25 90 04 27

 

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