NEUE HELDEN

Hitziger Monolog

Der Schauspieler Dimitrij Schaad ist sein eigener Autor – und Oscar-Preisträger

Dimitrji Schaad – Foto: Esra Rotthoff

Er wurde zum Besten Nachwuchsschauspieler des Jahres gewählt, das war vor zweieinhalb Jahren. Vergangenes Jahr bekam Dimitrji Schaad dann schon den Oscar – gemeinsam mit seinem Bruder Alex für ihren Film „Invention Of Trust“. Beide hatten das Drehbuch geschreiben, Dimitji spielte die Hauptrolle, Alex führte Regie. Gut, es ist „nur“ der Studenten-Oscar, aber immerhin. Am 21. Februar läuft der Film im BR.

Seit 2013 gehört Schaad zum multinationalen Ensemble des Maxim Gorki Theater, und er erscheint wie ein Prototyp für den postmigrantischen Ansatz dieser Bühne: 1993 kam Schaad mit seiner Familie aus Ka- sachstan nach Deutschland. Er war damals acht Jahre alt, sprach kein Wort Deutsch und brachte sich die Sprache selbst vorm Fernseher bei. Im preisgekrönten Gorki-Repertoirerenner „The Situation“ von Yael Ronen, den er mitentwickelt hat und in dem er als Co-Autor zeichnet, erzählt er in einem Monolog seine eigene Migrationsgeschichte.

Überhaupt schreibt er die Texte seiner Monologe stets selbst, in fast jedem Stück am Gorki hat er einen. Dem fulminanten Vortrag folgt das Publikum gern durch die kompliziertesten Gedankengänge. Das wird ziemlich sicher auch so sein bei seiner nächsten Premiere: Brechts „Im Dickicht der Städte“ (Regie: Sebastian Baumgarten) am 11. März.

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