Theater

„Discount Diaspora“ in der Neuköllner Oper

DiscountDiasporaDie Döner-Meile Karl-Marx-Straße wird zum Spekulanten-Dorado, einem Immobilienhai quillt der Schrank schon so vor Geld über, dass er die Lust am Edelsanieren verloren hat. „Heiße Hölle Neukölln“ singen die Huren und Migranten im Chor. Feridun Zaimoglu und Günter Senkel waren im Auftrag der Neuköllner Oper auf Kiezrecherche. „Discount Diaspora“ heißt ihr Libretto, die Komposition dazu stammt von den Brüdern Vivan und Ketan Bhatti. Wo die Musik in den besten Momenten den beschwingten Moritaten-Sound von Eisler und Weill anklingen lässt, liefert der Text die Mäc-Geiz-Variante der Dreigroschenopern-Moral. Zaimoglu und Senkel erzählen eine Gentrifizierungs-Story, grell überzeichnet und trotzdem nah am Neuköllner Leben. Die Inszenierung von Markus Heinzelmann lässt vor Parabolantennen und Kitschtapete eine Typengalerie der Billigheimer und Selbstvermarkter aufmarschieren.

Text: Patrick Wildermann

tip-Bewertung: Annehmbar

Discount Diaspora Neuköllner Oper, Do 31.3. bis So 3.4., 20 Uhr, Do 7.4. bis So 10.4., 20 Uhr

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