• Kultur
  • „Dornröschen“ von Peter Laudenbach

Kultur

„Dornröschen“ von Peter Laudenbach

Berlin hat einen neuen Ballett­intendanten. Seit einem Dreivierteljahr schon. Aber bislang hat niemand etwas davon gemerkt. Denn Nacho Duato, der Nachfolger von Vladimir Malakhov als Leiter des Staatsballetts, hält sich bedeckt. Der Betrieb läuft weiter als hätte es gar keinen Wechsel gegeben. Das lässt sich mit der „Langsamkeit“, die Duato selbst als seinen besonderen Stil deklariert, nicht mehr ausreichend erklären. Vielleicht hatte der neue Chef, ein tüchtiger Geschäftsmann, der seine Stücke weltweit verkauft, noch zu viel andernorts zu tun. Jetzt probt er mit dem Staatsballett „Dornröschen“. Keine Uraufführung, sondern die Wieder­aufnahme einer älteren ­Duato-Arbeit. Öder und desinteressierter geht es nicht zum Auftakt einer Intendanz.
Nacho Duatos Berufung als Malakhov-Nachfolger war mehr als umstritten. Denn der Spanier hat sich in den letzten Jahrzehnten als Choreograf von enorm effektvollen, aber auch enorm seichten Tanzstücken einen (schlechten) Namen gemacht. Dem klassischen Ballett hatte sich Duato überhaupt erst vor ein paar Jahren zugewandt – als es mit seinen zeitgenössischen Arbeiten nicht mehr recht klappte. Jetzt muss er in Berlin beweisen, dass er das überhaupt kann, klassisches Ballett. Und wenn möglich nicht nur auf Kunstgewerbe-Niveau.

Text: Peter Laudenbach

Mehr über Cookies erfahren