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„Eines langen Tages Reise in die Nacht“ im Renaissance-Theater

EinesLangenTagesReiseInDieNachtIn O’Neills „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ am Renaissance Theater ist James Jr., der alkoholkranke Sohn des Schauspielpatriarchen James Tyrone (Gerd Böckmann), typengerecht besetzt mit dem sehr auffällig prustenden Ben Becker. Seinen Bruder, den schwindsüchtigen Edmund, gibt sehr auffällig hustend David Bennent. Es geht um Familiengeschichte, Immigrantenschicksale, Literatur, Shakespeare, Baudelaire, Ibsen, Nietzsche. Edmund spricht hauptsächlich in Baudelaire-Zitaten. Wenn im öden 50-Jahre Wohnzimmer-Bühnenbild Bennent „Bau-Bau-Baudelaire“ stottert oder Böckmann „lustig“ tuckig den Namen Oscar Wilde ausspricht, soll wohl kein Auge trocken bleiben. Broadway und Bourbon, eine grobianische Säuferfarce im Frührentnerstil als Vehikel für ausgebrannte Stars. Es wirkt ein bisschen wie Leichenfledderei, ein Stück über eine Schauspielerfamilie am Ende ihres Weges von Schauspielern aus Schauspielerfamilien exekutieren zu lassen, die anscheinend auch so langsam am Ende ihres Weges angekommen sind. Von der nicht vorhandenen Regie werden sie verdammt allein gelassen mit ihrem feisten Deklamieren und dem fahrigen Herumfuchteln mit der Jack-Daniels-Flasche.

Text: Andreas Hahn

tip-Bewertung: Uninteressant

Renaissance Theater – wieder im April

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