Theater

„Einsame Menschen“ an der Schaubühne

einsame_meschenVor allem, wenn er dabei ausgiebig im eigenen Narzissmus badet, so tut als wäre nichts und gleichzeitig als patziger Ehemann und romantisch entrücktes Würstchen vor sich hinzappelt. So ein Mann ist in Friederike Hellers Schaubühnen-Inszenierung von Gerhart Hauptmanns Beziehungsdrama der verschrobene Privatgelehrte und Tunichtgut Johannes Vockerat (Tilman Strauß). Auf der gemächlich kreisenden Drehbühne (Bühne: Sabine Kohl­stedt) kreist er vor allem um sich selbst, während seine Gattin (Eva Meckbach), zunehmend genervt, sein klemmiges Balzen um die herbe, aber auch etwas blasse Studentin Anna Mahr (Jule Böwe) zur Kenntnis nimmt, während Ernst Stötzner in Personalunion als Mutti und Vati Vockerat schön knarzige Kommentare über die modernen Unsitten und den gott- wie treulosen Sohn zum Besten gibt. So weit, so banal – und genau über diese flache Psychologie einer verdrehten Beziehung kommt die Aufführung leider auch nicht hinaus.

Text: Peter Laudenbach

Foto: Katrin Ribbe

tip-Bewertung: Zwiespältig

Einsame Menschen Schaubühne, Mi 28.+ Do 29.9., So 2.+ Mo 3.10., 20.30 Uhr, Karten-Tel. 89 00 23

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