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Emanuel Gats „The Goldlandbergs“ bei Tanz im August 2013

Emanuel_GatGlenn Goulds Interpretation von Bachs „Goldberg-Variationen“ aus dem Jahr 1954 dürfte eine der berühmtesten Klassik-Aufnahmen des 20. Jahrhunderts sein. Weit weniger bekannt sind Goulds Hörspiele, die er für den kanadischen Rundfunk produziert hat, etwa „The Quiet in the Land“. 1977 montierte Gould zahlreiche Interviews mit Mennoniten, den evangelischen Freikirchlern in Kanada, und zwar streng kontrapunktisch nach Bachs Kompositionstechnik: samt Kirchenchor, Janis-Joplin-Bruchstücken, Glockengeläut und immer wieder diesem biblischen „And Jesus said …“. Und dann erklingen Goulds „Goldberg-Variationen“ in der Aufnahme, auf der man hört, wie der Meister leise mitsummt. Emanuel Gat, der israelische Choreograf mit Heimat in Südfrankreich, hat sich tief in das Werk des großen Musikers versenkt.

Er sucht in Goulds Collage-Technik neue Wege für den Tanz, nicht als „komponierender“ Choreograf, sondern nur als ein analytischer Beobachter, der die Tänzer in ihren Konstellationen zueinander so beobachtet „wie ein Astronom die Sterne“. Gats Freiheit im Umgang mit dem Tanz ist enorm, sie ist ebenso sinnlich wie intellektuell. Der Respekt, den er den Tanzkünstlern entgegenbringt, überträgt sich auf das Publikum. Auch wenn die Beziehung der Tänzer zueinander immer wieder zum Tableau vivant erstarrt: Zum Schluss werden sie alle wie Supernovas von ihrem eigenen Licht verschlungen.      

Text: AW
Foto: Emanuel Gat


The Goldlandbergs
(Emanuel Gat)
Haus der Berliner Festspiele,  
Fr 23.+Sa 24.8., 20 Uhr, Karten-Tel. 25 90 04 27

Kartenverlosung
Wir verlosen 5 x 2 Freikarten für den 23.8.
Bitte E-Mail bis 20.08.13 an [email protected],
Kennwort: Goldlandbergs – Tanz im August

 

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