Theater

F.I.N.D.-Festival 2013 an der Schaubühne

FrankensteinProjektFür das 13. Festival Internationale Neue Dramatik hat die Schaubühne Regisseure aus Europa eingeladen, die die politischen Krisen des Kontinents reflektieren.
Im vergangenen Jahr gab die griechische Perfomance-Gruppe BLITZ bei F.I.N.D. ihr Berlin-Debüt. Mit wenig Aufwand, einem schlüssigen Konzept und Humor erinnerte „Galaxy“ an Menschen und Phänomene, die von der Erde verschwunden sind: Sophie Scholl oder rote Kaugummiautomaten zum Beispiel. In diesem Jahr verwandeln sie das Theater in einen „Terroristischen Tanzsalon“. Was die Tanzpaare verbindet, ist Gedankenmaterial der links-terroristischen Szene, der Glaube an militante Lösungen. In Griechenland wird schon seit einiger Zeit diskutiert, ob die radikale Linke eine Mitschuld am neuen Rechtsterrorismus trägt.

KuechennotizenZum ersten Mal an der Schaubühne und mit dem Ensemble arbeitet gerade die internationale Festivalgröße Romeo Castellucci. Auch das Projekt des Italieners hat den Terrorismus im Titel: „Hyperion. Briefe eines Terroristen“ – offenbar kommt die Rede von Terroristen gerade wieder in Mode. Bei Hölderlin beginnt die tragische Figur als Revolutionär und endet als Eremit. Der Briefroman erzählt vom Scheitern aller revolutionären Ideale.
Bei Castellucci spaltet sich die Figur und verwandelt sich in wechselnde weibliche Figuren (Rosabel Huguet, Eva Meckbach, Angela Winkler, Luise Wolfram). Im kühlen, anonymen Hotelzimmer beginnt die Natur zu wuchern, das Briefmaterial aus dem 18. Jahrhundert wird Ausgangspunkt für eine Reflexion über Kunst und Rebellion heute.
Auf Nähe und Unmittelbarkeit setzt dagegen das ungarische Gastspiel von Kornйl Mundruczуs „Frankenstein-Projekt“. Im Filmsetting fast klaustrophobisch eingeschlossen, kann man der Frage nach der Verantwortung für das Monster nicht ausweichen. 

Text: Anja Quickert
Foto: Matyas Erdely, Benjamin Krieg


Der terroristische Tanzsalon
Sa 16.3., 20 Uhr, Mo 18.3., 20.30 Uhr
Hyperion
So 17., Mo 18.3., 20 Uhr
Frankenstein-Projekt
Sa 23.3., 18 und 22 Uhr, So 24.3., 17 und 21 Uhr,
Notizen aus der Küche
Mo 18.3., 19.30 Uhr
alle Schaubühne, Karten-Tel. 89 00 23

 

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