Theater

„Fatzer – Eine Zeremonie“ im Ballhaus Ost

Heiner Müller hielt Brechts „Fatzer“-Fragment für dessen „größten Entwurf und einzigen Text, in dem er sich, wie Goethe mit dem Fauststoff, dem Experiment verschrieb. Der Text ist präideologisch, die Sprache formuliert nicht Denkresultate, sondern skandiert den Denkprozess.“ So heißt es darin: „Ich scheiße auf die Ordnung der Welt.“ Fünf Jahre arbeitete Brecht bis 1931 an einem riesigen Text-Konvolut, das lange Zeit als nicht spielbar galt. Johannes Wenzels Inszenierung setzt die Chöre in den Mittelpunkt und zeigt somit die Musikalität der Sprache. Die vier Schauspielerinnen agieren als Priesterinnen, die die Geschichte des Johann Fatzer erzählen. Verhandelt wird die Möglichkeit der gesellschaftlichen Veränderung in Zeiten der Umbrüche.

Text: RK

Foto: Matthias Naumann

Fatzer – Eine Zeremonie
Ballhaus Ost
Pappelallee 15, Prenzlauer Berg, Do 03. (Premiere), Sa 05., So 06.07., 20 Uhr, Tel. 44 03 91 68

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