Theater

„Fausts Verdammnis“ an der Deutschen Oper

Bei „Fausts Verdammnis“ von Berlioz, dem Berliner Opern-Debüt des Choreografen Christian Spuck, jubeln die Leute, als hätten sie der Entdeckung einer neuen Wagner-Oper beigewohnt. So klingt es auch. Klaus Florian Vogt mit seinem hellen Knabentenor ist ein Parsifal, der sich in der Tür geirrt hat. Auch mit dem Wagner-Bass Samuel Youn (Mephisto) und der rot glühenden Clйmentine Margaine dringt die Sache eine Nummer zu gravitätisch und unfranzösisch über die Rampe.

Vor allem kommt Donald Runnicles, trotz eines sehr gut gepflegten Orchesters, zwei ein viertel Stunden lang nicht aus einer gewissen feierlichen Steifheit heraus. Christian Spuck hat das Ganze auf einer schräg rotierenden Wieland- Wagner-Kochplatte installiert (bekannt aus den Inszenierungen des Wagner-Enkels in den Fünfziger- und Sechzigerjahren).

Die Studierstube verbirgt sich hinten darunter. Chormassen fluten darüber und drum herum. Zehn Tänzer mit O-Bein-, Püppchen- und Zinnsoldaten-Schrittchen taugen zu kaum mehr als zu einer konfektionierten Marginalgymnastik. Sie sind die Tanzbeilage. Man fragt sich: Was läuft schief an der Deutschen Oper?! Immer wieder nur harmlose, solide Abonnenten-Beschwichtigung. Ein Neu-Aufbruch sieht anders aus.

Text: Kai Luehrs-Kaiser

Foto: Bettina Stoess

tip-Bewertung: Uninteressant

„Fausts Verdammnis“? Deutsche Oper, Fr 23.5., 19 Uhr; ?Mo 26., Do 29.5., 20 Uhr; So 1.6., ?18 Uhr, Karten-Tel. 34 38 43 43 

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