Festival

FIND 2017

Welt im Umbruch: Unter dem Motto „Demokratie und Tragödie“ versammelt das Festival FIND 2017 spannende Produktionen aus aller Welt

THE GABRIELS: Election Year in the Life of One Family Play Three: WOMEN OF A CERTAIN AGE Written and Directed by Richard Nelson

Sex und Tod, Gewalt und Macht, Wahnsinn und Erkenntnis sind die Themen der spanischen Brachialperformerin Angélica Liddell. Mit ihren radikalen Arbeiten ist die Autorin, Regisseurin und Schauspielerin seit einigen Jahren immer wieder in Berlin präsent, 2015 widmete ihr das Festival „Foreign Affairs“ der Berliner Festspiele eine Werkschau. Auch beim Festival Internationale Neue Dramatik war sie bereits.  Zur Eröffnung des diesjährigen FIND inszeniert sie nun erstmals auf deutsch und mit einem deutschen Ensemble ihr dystopisches Stück „Toter Hund in der Chemischen Reinigung: Die Starken“. Es führt in eine Zukunft ohne Migranten und Kriminalität, doch diese geschlossene Gesellschaft lebt weiter in Angst und Paranoia.  „Ich verstehe Theater nicht als Theater, sondern als poetischen Akt“, sagt Liddell und verwebt Texte von Rousseau und Diderot ins gewalttätige Spiel.

Wie die große Politik ins Private schwappt und es beeinflusst, zeigt der New Yorker Richard Nelson in der Trilogie „The ­Gabriels: Election Year in the Life of one Family“. Im Mittelpunkt steht eine Mittelklasse-Familie in einem kleinen Ort in der Nähe von New York im Kontext der amerikanische Präsidentschaftswahl 2016; der letzte Teil endet am 8. November, dem Abend der überraschenden Wahl Donald Trumps zum 45. US-Präsidenten. Ein weiteres Highlight politischen Theaters dürfte „Los Incontatos“ vom interdisziplinär arbeitenden Mapa Teatro aus Bogotá sein. Die Gruppe aus Kolumbien war mit „Discurso de un hombre decente“, einem fulminaten Stück über Cannabis und Pablo Escobar, vor ein paar Jahren im HAU zu Gast. Nun sezieren sie in einer von surrealen Bildern überbordenen Ästhetik die Verflechtungen von Gewalt und Festkultur in der kolumbianischen Gesellschaft, viel zu lange aufgerieben zwischen rechtsradikalen Paramilitärs, linksextremer Gewalt, staatlichem Gegenterror und den Bluttaten der Drogenbanden.

Weitere Arbeiten aus Chile, Belgien, Irland, Mexiko, Spanien, Italien, Iran und Wales entwerfen Visionen einer Welt im Umbruch zwischen Rechtspopulismus und neuem Despotismus, zwischen „Demokratie und Tragödie“.

Schaubühne Do 30.3. – So 9.4., Eintritt 7 – 48 €, erm. 9 €

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