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„Forever ?young?“ von Peter Laudenbach

Peter Laudenbach

Bis vor Kurzem galt Claus Peymann, 77,  als der Berliner Parade-Bär, der am schönsten vorführte, wie die im Theater zu Ruhm, Macht und Wohlstand gekommenen Sehr-Alt-68er an ihren Posten kleben. Jetzt fällt einem für die Spezies der Macht- und Selbstverliebten noch jemand ein, der seine große Zeit in vergangenen Jahrzehnten hatte: Volker Ludwig. Der verehrte Gründer des Grips Theaters hat das Kinder-Theater mit seinem menschenfreundlichen Anarchismus in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts neu erfunden. Ludwig ist nicht irgendein Karriere-Intendant, der Mann ist eine Legende. Das schützt nicht vor Egozentrik.
Jetzt verständigten sich der Gesellschafter und Geschäftsführer des Grips Theaters und dessen künstlerischer Leiter Stefan Fischer-Fels darauf, die Zusammenarbeit aus künstlerischen Gründen vorzeitig zu beenden. Ludwig, 77, hatte Fischer-Fels, 50, selbst vor vier Jahren als künstlerischen Leiter und damit als seinen Nachfolger ans Grips geholt. Fischer-Fels öffnete die Grips-Ästhetik klug für neue Spielweisen – und genau diese Öffnung in die Gegenwart war offenbar zu viel für den Grips-Patriarchen Ludwig. Aber Ludwigs verständlicher Versuch, sein Lebenswerk zu sichern, dürfte als Selbst­musealisierung, die die Ästhetik vergangener Jahrzehnte in Beton gießen will, nicht funktionieren. 

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