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„Früchte des Zorns“ im Maxim Gorki Theater

Früchte des Zorns

Petras nimmt die Rezessions-Opfer, verarmte Landarbeiter aus den Südstaaten, ganz unzynisch ernst. Leider rutscht diese Anteilnahme leicht in Sentimentalität und Klassenkampf-Kitsch. Die Farmerfamilie Joad fährt auf der Suche nach Arbeit in den Orangenplantagen nach Kalifornien. Während an der Rückwand der Bühne (Olaf Altmann) Videos der Route 66 in grobkörnigem Schwarz-Weiß flackern, erleiden die Joads ihre kapitalismusbedingten Schicksalsschläge. Mindestens so grobkörnig wie die Filme ist das Spiel. Max Simonischek als Tom Joad turnt in unfreiwilliger Komik breitbeinig, verschwitzt und übertrieben grimassierend durch den Abend. Toms Mutter (Julischka Eichel) rettet sich in Opfer-Posen. Selbst Regina Zimmermann gelingen nur wenige überzeugende Szenen. Wenn am Ende ein Plantagen-Buchhalter von aufgebrachten Arbeitern ermordet wird und das geknechtete Proletariat, man glaubt es nicht, mit schweren Eisenketten scheppert, ist die Grenze zum gespielten Agitprop-Witz überschritten.

Text: Peter Laudenbach

tip-Bewertung: Zwiespältig

Früchte des Zorns, Maxim Gorki Theater, Sa 8.1., Sa 22.1., 19.30 Uhr, Karten-Tel. 202 21-115

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